Zweites Internetseminar “Nachbarschaft im Netz”

15. Dezember 2009
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Der folgende Text wurde mir mit der Bitte zur Veröffentlichung zugeschickt. Vor allem da er gerade das bereits angesprochene Thema Banater Community aufgreift. Da anscheinend wirklich kaum einer bereit ist seine eigenen Seiten aufzugeben oder sie sonstwie in eine Community einzubringen, werde ich jetzt wohl bald alleine mit den ersten Versuchen anfangen. Ich freue mich über jede Hilfe und Mitarbeit, falls jemand Lust hat darf er sich gerne per E-Mail (info@banatblog.eu) oder Telefon (0172/8724253) bei mir melden.

Doch jetzt genug damit und viel Spaß mit einem interessanten Beitrag.

Am zweiten Adventswochenende, vom 4. bis 6. Dezember 2009, fand in der Bildungs- und
Begegnungsstätte “Der Heiligenhof” in Bad Kissingen das Internetseminar
“Nachbarschaft im Netz” statt. Dazu hatten das Internetreferat des Verbandes und der
Verband der Siebenbürgisch-Sächsischen Heimatortsgemeinschaften eingeladen.
Am Freitagnachmittag begrüßte Steffen Hörtler im Namen der “Stiftung
Sudetendeutsches Sozial- und Bildungswerk” die angereisten Teilnehmer und betonte,
dass die Einrichtung unter Studienleiter Gusti Binder regelrecht aufgeblüht sei und
auch ein starkes siebenbürgisch-sächsisches Profil entwickelt habe.

Zu den 20 Teilnehmern des Workshops gehörten die vier verantwortlichen Webmaster von
Siebenbuerger.de Gunther Krauss, Robert Sonnleitner, Hans-Detlev Buchner und Günther
Melzer, die neben Jochen Philippi – der ihre Arbeit unterstützt – gleichzeitig auch
die Referate der Tagung hielten. Die anderen Teilnehmer waren Webmaster von
Heimatortsgemeinschaften, Editoren der siebenbuerger.de-Ortsseiten und andere
Interessierte.

Das Treffen sollte über die Entwicklungen im Bereich der “Neuen Medien”, die unter
dem Stichwort “Web 2.0″ in aller Mund ist, informieren, um zur Stärkung der
Medienkompetenz beizutragen und die siebenbürgisch-sächsische Präsenz im Internet zu
verbessern.

Die rasante Weiterentwicklung des Internets lässt sich schon an der Formulierung der
Themen der beiden Workshops ablesen. Hieß es beim ersten Treffen im vorigen Jahr
noch “Homepage und Heimat”, so ging es diesmal um die Möglichkeiten, die das Web 2.0
für eine aktivere Teilnahme der siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaft bietet. War
das Internet in der ersten Generation (Web 1.0) eher eine statische
“Informationshalde”, werden die Inhalte des World Wide Web nun immer mehr von den
Benutzern bereitgestellt und miteinander geteilt. Kennzeichen von Web 2.0 sind unter
anderen: Nutzer-erzeugter Inhalt (User generated Content) und Kooperation.

Im ersten Referat stellte Gunther Krauss gekonnt die inhaltlichen und technischen
Merkmale dieses “Mitmach-Internets” vor und ging ausführlich auf die sozialen,
ökonomischen und kulturellen Aspekte sowie auf Beispiele wie Web-Blogs
(Internettagebücher), Microblogs (Twitter) und soziale Netzwerke ein.

Die technische Innovation besteht darin, dass die meisten Anwendungen lediglich
einen Webbrowser benötigen und der Zugang von vielen Endgeräten möglich ist (z.B.
vom Handy). Einer der erfolgreichsten Webdienste ist RSS (Really Simple Syndication
- übersetzt etwa: wirklich einfache Verbreitung). Er dient dem Austausch zwischen
den Internetanwendern. Durch das Abonnieren von RSS-feeds ist man stets über das
Neueste informiert – das Internet wird zum Live-Medium.

In den weiteren Referaten wurden andere Anwendungen des Web 2.0 vorgestellt. Jochen
Philippi referierte über Wikipedia, eines der prominentesten Beispiele im
Mitmachnetz. Diese Online-Enzyklopädie basiert auf der ungewöhnlichen Idee, dass
jedermann Artikel schreiben kann und jeder Eintrag von jedem Internet-Anwender
bearbeitet werden kann. Diese Enzyklopädie übertrifft inzwischen mengenmäßig
herkömmliche Lexika und ist ihnen von der Qualität her ebenbürtig. Die
Seminarteilnehmer konnten erfahren, wie man Artikel – speziell Siebenbürgen
betreffend – für dieses Internetlexikon schreibt und publiziert, z. B. Artikel zu
Ortschaften oder Kirchenburgen.

Viel Raum wurde dann am Samstagnachmittag und -abend den “Ortschaften”- und
“Treffpunkt”-Seiten von Siebenbuerger.de gewidmet, die von Hans-Detlev Buchner und
Robert Sonnleitner vorgestellt wurden. Den Editoren wurden die Gruppen und ihre
Funktionen unter www.siebenbuerger.de vorgeführt, aber auch die Gruppen und Kanäle
von Siebenbürgern in anderen sozialen Netzwerken wie WKW (wer-kennt-wen), Facebook,
Xing, Twitter und YouTube.

Die Teilnehmer konnten lernen, wie Bilder der Ortschaften bzw. HOGs einzubinden
sind, wie anderen Medien wie Reden, Songs, Sprachaufnahmen, Märchen,
Erfahrungsberichte und Videos aufzufinden und zu platzieren sind.

Der Sonntagvormittag war dann ein weiterer Höhepunkt der Tagung. Günther Melzer
referierte über den Einsatz von Videos im Netz. Anhand anschaulicher Beispiele
zeigte er die Entwicklung dieses Mediums auf und stellte die Kanäle vor, auf denen
schon sehr viele siebenbürgische Inhalte (“Content”) vorhanden sind. So wurde ein
Siebenbürgen-Kanal auf YouTube mit Videos vom Heimattag in Dinkelsbühl, von Bällen
oder anderen Treffen eingerichtet. Wie man Videos abspielt und weiterverwendet oder
selbst welche aufzeichnet und veröffentlicht, waren andere Punkte des Referates.

Hans-Detlev Buchner referierte über das Internetradio RTI (Radio Transylvania
International), das vor allem siebenbürgische und rumänische Themen aufgreift. Der
Radiosender lädt zum Mitmachen ein.

Als Fazit kann festgestellt werden, dass das Seminar für alle ein großer Gewinn war.
Die Teilnehmer haben viel gelernt, ihre Medienkompetenz verbessert und sich in
lebhaften Diskussionen ausgetauscht. Sie sind entschlossen, diese Reihe
fortzusetzen, und im nächsten Jahr (voraussichtlich am 3.-5. Dezember 2010) ein
drittes Seminar abzuhalten. Zu wünschen ist, dass sich dann noch mehr Interessierte
anmelden, um neue siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaften mit Hilfe des Internets
zu gründen und vorhandene zu vernetzen und zu stärken.

Horst Staedel
SbZ

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