Wissenschaftlicher Nachwuchs gefördert

6. Juni 2009
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Germanistenkongress mit internationaler Beteiligung in Klausenburg / Von Iunia Martin

Der 8. Internationale Kongress der Germanisten Rumäniens fand dieses Jahr in der vergangenen Woche in Klausenburg/Cluj-Napoca statt. Etwa 200 Germanisten und Deutschlehrende aus dem In- und Ausland beteiligten sich an der diesjährigen Auflage, die in den gastfreundlichen Räumlichkeiten der Babes-Bolyai-Universität in fünf Sektionen (zwei mit parallelen Untersektionen) über die Bühne ging. 194 Vorträge zur theoretischen und angewandten Linguistik, zur Literaturwissenschaft allgemein, zur rumäniendeutschen Literatur, zur Didaktik des Deutschunterrichts und zur kulturellen Interreferentialität wurden von insgesamt 50 ausländischen und 144 inländischen Fachleuten gehalten.

Die sich daran anschließenden Diskussionen zeugten vom hohen Stand der wissenschaftlichen Mammuttagung. Auch rumänische und ausländische Studierende der Germanistik konnten sich an einem Tag im Rahmen des Forums „Studentische Forschung” an einem ergiebigen Erfahrungsaustausch beteiligen und an anderen Tagen die Vorträge der angereisten Lehrkräfte anhören.

In seiner Begrüßungsansprache wies Prof. Dr. George Gutu, Präsident der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) und Leiter des Bukarester Germanistiklehrstuhls, auf das Ziel des Kongresses hin: „Mit dieser großen internationalen Tagung der Germanisten Rumäniens belegen wir den hohen Stand, den unsere germanistische Lehre und Forschung und die Pflege und Förderung des Deutschunterrichts durch die Deutschlehrer aller Bildungsstufen unseres Landes erreicht haben.” Der Präsident des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), Prof. Dr. Stefan Hormuth, lobte in seiner Grußbotschaft das „hohe Engagement” der Teilnehmenden und sah in der Einbeziehung des wissenschaftlichen Nachwuchses durch das studentische Forum „ein wichtiges Signal”.

Auch auf diesem Kongress fanden die zur Tradition gewordenen Lesungen bekannter Autoren statt. Diesmal nahmen Hans Bergel, Ion Pop, Franz Hodjak und Cãtãlin Dorian Florescu die Einladung an. Im Rahmenprogramm wurden außerdem Buch- und Fotoausstellungen und eine Exkursion in die Umgebung von Klausenburg/Cluj-Napoca angeboten. Im Rahmen der Buchausstellung wurde das Ergebnis jahrelanger Zusammenarbeit rumänischer und deutscher Germanisten präsentiert, die zur Veröffentlichung des Bandes „Die Buche. Eine Anthologie deutschsprachiger Judendichtung aus der Bukowina” im Münchner IKGS Verlag führte. Die Sammlung wurde in den 1930er Jahren von Alfred Margul-Sperber zusammengestellt, konnte jedoch nicht veröffentlich werden und wurde nun aus dem Bukarester Sperber-Nachlass erstmals herausgegeben.

Der diesjährige Internationale Kongress der Germanisten Rumäniens wurde vor allem vom DAAD, aber auch vom Institut für Deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) an der Ludwig-Maximilians-Universität München, von der Universität Trier, der Stiftung PRO HELVETIA und dem Österreichischen Kulturforum Bukarest gefördert.

1994 knüpfte die GGR mit dem in Neptun veranstalteten 3. Kongress an die Tradition der zwei Kongresse der Deutschlehrenden und Germanisten an, die 1929 und 1930 getagt hatten. Die darauffolgenden Kongresse fanden 1997 in Sinaia, 2000 in Jassy/Iasi, 2003 in Hermannstadt/Sibiu und 2006 in Temeswar/Timisoara statt. Die Ergebnisse des diesjährigen Kongresses werden in thematischen Bänden sowie in den Fachperiodika der GGR veröffentlicht. Als Austragungsort des nächsten Kongresses im Jahre 2012 wurde mehrheitlich die rumänische Hauptstadt vorgeschlagen.

Quelle: ADZ
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