Kampagne zur Müllbeseitigung nun mit TV-Spot / Von Markus Heide
Ein Familien-Picknick in der Idylle: Sanfte Hügel, grüne Wiesen, ein rauschender Bach und die gegrillten Mici stehen schon auf dem Tisch bereit. Jetzt noch ein bisschen Senf dazu und – Mist, Flasche schon leer, ab damit in den Bach. Zum Glück hat das Pärchen auf der anderen Seite des Flusses noch ein bisschen Senf übrig: schnell rübergeworfen und – die gelbe Plastikflasche fliegt schon wieder ins Wasser, wo sie neben anderem Müll herumtreibt, aber dem hungrigen Familienvater gelingt es, sie herauszufischen. Nun kann das Grillgelage endlich beginnen, doch statt gelbem Senf landet auf den Mici nur eine braune, wässrige Soße. Tja, wohl die falsche Flasche erwischt.
Mit dieser Geschichte im Werbespot, der nun auf fast allen rumänischen Kanälen angelaufen ist, machen die Umweltaktivisten von „Let´s do it, Romania!“ auf die alltägliche Umweltverschmutzung in Rumänien aufmerksam. Die Kampagne, die bereits 2008 in Estland und 2009 in Lettland zum Erfolg wurde, läuft seit vergangenem September auch in Rumänien und findet ihren Höhepunkt am 25. September, wenn alle Bürger aufgerufen sind, am so genannten „Tag des Nationalen Reinemachens“ (Ziua de Curãtenie Nationalã) aktiv zu werden, um das Land vom Müll zu befreien.
Die Vorbereitungen dafür sind bereits in vollem Gange und auf der ständig aktualisierten Online-Plattform www.letsdoitromania.ro einzusehen. Im ersten Schritt ging es um den Aufbau eines Teams und die Identifizierung und Kennzeichnung der vermüllten Plätze. Dazu konnten auf einer digitalen Landkarte von Mai bis Juli die registrierten Benutzer die betroffenen Orte in ihren jeweiligen Bezirken einzeichnen und mit Fotos versehen. So wissen die Teilnehmer am Entmüllungstag genau, wo und wie sie anzupacken haben. Die Tätigkeiten reichen dabei vom Aufsammeln von Plastikflaschen über die Entsorgung von alten Karosserien und Bauschutt bis hin zum Reinigen von Flussläufen. Illegale Mülldeponien sowie Stadtzentren sind nicht in der Aktion mit eingeschlossen. Es geht primär um Naturlandschaften, die von Einheimischen und Touristen mit Abfällen verschandelt wurden.
In Klausenburg/Cluj, in den Kreisen Temesch/Timis und Arges wurden bereits im Mai und Juni erfolgreich drei Pilotprojekte gestartet: Über 5000 Helfer konnten über 300 Tonnen Müll bei diesen Aktionen beseitigen.
Auch über den einmaligen Aufräumtag in knapp einem Monat hinaus möchten die Organisatoren die Bevölkerung und Politik für die Umweltprobleme in Rumänien sensibilisieren: Sie fordern mehr Verantwortung der lokal zuständigen Behörden und Personen, die oftmals Touristen und Unternehmen nicht ausreichend kontrollieren und für Vergehen belangen. Außerdem sollen die Strafgebühren, die für die illegale Müllablagerung in der Natur einkassiert werden, direkt in die Abfallinfrastruktur fließen.
Die Kampagne wird von zahlreichen Nichtregierungsorganisationen, Ministerien, Zeitungen sowie privaten Unternehmen unterstützt. Jeder Interessent kann nach einer kurzen Registrierung auf der Homepage sich an der Aktion beteiligen und so für ein saubereres Rumänien sorgen, im sozialen Netzwerk Facebook hat die Kampagne bereits über 40.000 Freunde gefunden
Quelle: ADZ
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