Jahrestagung des AKSL über Securitate

30. August 2010
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Unter dem Titel „Die Securitate in Siebenbürgen“ findet zwischen dem 24. und 26. September die 45. Jahrestagung des Arbeitskreises für Siebenbürgische Landeskunde e. V. Heidelberg in Jena statt. Veranstaltet wird die Konferenz in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte am Historischen Institut der Universität Jena und dem Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas e. V. (IKGS) an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Die Tagung konzentriert sich auf den Raum Siebenbürgen und schwerpunktmäßig auf die Literatur und die Kirchen der Minderheiten, beziehungsweise deren Aufsicht sowie Einflussnahme durch die Securitate. Führende Mitarbeiter des rumänischen Nationalrates für die Aufarbeitung der Securitate-Archive (CNSAS) sowie rumänische, deutsche und ungarische Wissenschaftler werden aufgrund des seit einigen Jahren zugänglichen Aktenmaterials referieren, in einem Podiumsgespräch und den Diskussionsrunden nach den Referaten sollen die Betroffenen ebenfalls zu Wort kommen.

Die Tagung wird am Freitag, dem 24. September, um 14 Uhr, eröffnet. Joachim von Puttkammer (Jena) führt in die Tagung ein, wonach Dragos Petrescu, der CNSAS-Präsident, über die Unterlagen der Securitate im Spannungsfeld zwischen literarischem Wert und Dissidenten-Literatur referiert und Martin Jung (Jena) über den Umgang mit der Securitate im heutigen Rumänien spricht. Über die Erfahrungen mit der Aufarbeitung von Stasi-Akten in Deutschland berichtet Katharina Lenski (Jena), wonach Marius Oprea (Bukarest) zum Thema Securitate und die rumänische Gesellschaft spricht und Liviu Burlacu (CNSAS) die Deportation der Rumäniendeutschen in die Sowjetunion aus der Sicht der Securitate vorstellt.

Für 18 Uhr ist die Eröffnung der Ausstellung „Rumäniendeutsche Schriftsteller im Spiegel und Zerrspiegel der Securitate-Akten“ vorgesehen, in die Cristina Anisescu (CNSAS) einführt. Der erste Abend schließt mit einer Lesung des Schriftstellers Richard Wagner.

Dem Thema deutsche Minderheit und Securitate widmen sich am Samstagvormittag in der Moderation des AKSL-Vorsitzenden Ulrich A. Wien Virgiliu Târãu und Silviu Moldovan (beide CNSAS) sowie Hannelore Baier (Hermannstadt). Über die Stasi in Siebenbürgen spricht Georg Herbstritt (Berlin). Der Samstagnachmittag ist der Securitate und den Kirchen gewidmet. Über den Fall Konrad Möckel referiert Corneliu Pintilescu (Klausenburg/Cluj), zur Beziehung zu der orthodoxen Kirche spricht Gerd Stricker (Küsnacht), Deszö Buzogány (Klausenburg) geht auf die Securitate im Bezug zu den Kirchen der ungarischen Minderheit ein und Uwe-Peter Heidingsfeld (Hannover) zieht einen Vergleich zwischen der antikirchlichen Repression in der DDR und in Rumänien. In der Moderation des IKGS-Leiters Stefan Sienerth findet unter Beteiligung von Matthias Pelger (Kronstadt/Augsburg), Dorin Oancea (Hermannstadt) und Anton Sterbling (Görlitz) als Zeitzeugen eine Podiumsdiskussion statt.

Am Sonntag, dem 26. September, steht die Literatur versus Securitate im Mittelpunkt. Michael Markel (Nürnberg) präsentiert Momente der Klausenburger Germanistik im Spiegel seiner Akte, Stefan Sienerth referiert zur deutschen Literatur im Spiegelbild der Securitate und Wolfgang Dahmen/Gundel Grosse (Jena) zur rumänischen Literatur. Eine Abschlussdiskussion ist für 10.15 Uhr geplant.

Quelle: ADZ
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