Weg vom Munizipium zur Gemeinde. Mit diesem Ansuchen wandten sich Bewohner des Stadtteils Gârcin aus Sãcele an die Kronstädter Kreispräfektur. Rund 10.000 Einwohner hat dieses Viertel, das de facto aber ein großes Dorf ist, zu 80 Prozent von Roma bewohnt. Weil sich niemand um die wirtschaftliche Entwicklung von Gârcin kümmere, sei es besser, sich selbst zu verwalten als Gemeinde mit eigenem Bürgermeisteramt und eigenen Verwaltungsstrukturen, heißt es aus dem Roma-Dorf. Präfekt Gontea glaubt nicht, dass diese Initiative eine Zukunft hat, weil Gârcin nicht über die wirtschaftliche Kraft verfügt, einen eigenen Verwaltungsapparat zu unterhalten.
Die absolute Mehrheit der Bewohner in Gârcin ist arbeitslos und auf staatliche Sozialhilfen angewiesen. Außerdem ist dieses Viertel eines, das der Polizei die größten Probleme wegen der zahlreichen Diebstähle (vor allem aus den benachbarten Wäldern), wie auch andere Verbrechen, bereitet. Der stellvertretende Bürgermeister von Sãcele, János András, sieht ein selbständiges Gârcin als einen Witz an: „Es gibt keine finanziellen Ressourcen, die Ortschaft hat kein Vermögen und auch keine Zukunft.“
Die Probleme in und mit Gârcin sind aber ernst und das Bestreben, sich selbst verwalten zu wollen, sollte nicht belächelt werden sondern als ein Zeichen gelten, etwas in diesem Roma-Randviertel zu ändern und mit den Vertretern der Roma (so weit es diese tatsächlich gibt) einen sachlichen Dialog über die Zukunftsperspektiven von Gârcin zu führen.
Ralf Sudrigian
Quelle: ADZ
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