Ein frohes neues Jahr.

1. Januar 2011
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So eigentlich wollte ich euch ja mit einer Videoansprache fürs neue Jahr überraschen. Dann ist mir leider ein Auftrag dazwischen gekommen, und ihr müsst euch jetzt mit meiner niedergeschriebenen Ansprache zufrieden geben.

Liebe Besucher des Banat Blogs,

die ruhige Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr bietet oftmals die Gelegenheit über das vergangene Jahr nachzudenken. Darüber zu grübeln ob man alles erreicht hat was man sich fürs das letzte Jahr vorgenommen hat und sich über die Ziele und Wünsche fürs neue Jahr klar zu werden.

Für das Banat Blog war das vergangene Jahr durchgängig positiv. Auch wenn es durch wenige Kommentatoren so scheint als seien wir nur eine kleine Gemeinschaft, gibt es Tage an denen über 1.000 verschiedene Personen sich auf der Seite über das Banat informieren. Und auch wenn ich zum ersten Mal für das Banat Blog kritisiert wurde, nehme ich mir diese Kritik eher zum Ansporn weiter zu machen und die Seite noch weiter zu verbessern. Auf egal welcher Banater Veranstaltung ich war, von allen Seiten bekam ich zu hören, dass viele Banater Schwaben mit der Arbeit auf dem Blog zufrieden sind und regelmäßig vorbei schauen. Dies motiviert mich auch im neuen Jahr weiter zu schreiben, weiter meine Meinung von mir zu geben und euch weiter eine Plattform zu bieten auf der ihr frei diskutieren könnt.

Für das Banat Blog wünsche ich mir im neuen Jahr, dass es so weiter geht wie bisher. Das ihr, liebe Leser, Besucher und Kommentatoren weiter dabei bleibt und natürlich das auch viele neue Besucher und auch Kommentatoren dazu kommen.

Meine persönlichen Wünsche für das neue Jahr sind dagegen vielfältig. Ich wünsche mir, dass wir Banater Schwaben endlich eine Streitkultur entwickeln. Dass wir nicht jede negative Äußerung auf die Goldwaage legen und dann monate- oder sogar jahrelang beleidigt sind. Wir müssen endlich anfangen uns auch richtig Streiten zu können, zu Diskutieren bis zur Erschöpfung und uns auch mal gegenseitig für Fehler zu kritisieren oder eine andere Meinung als andere zu vertreten. Aber gleichzeitig trotz hitziger Debatten nie das Gesamtziel, das wir doch alle gemeinsam haben, aus den Augen zu verlieren – den Erhalt und die Bewahrung der Banater Kultur.

Ich wünsche mir auch von unseren Vertretern in der Landsmannschaft – seien es nun Kreis-, Landes-, Bundes- oder HOG-Vorstände – sich über ihre Position Gedanken zu machen. Sich darüber Gedanken zu machen, ob sie wirklich noch mit vollem Einsatz für die Gemeinschaft dabei sind oder ob sie nur noch an ihrem Posten kleben, um einen Titel inne zu haben. Wir haben sehr viele engagierte und aktive Vorstände, die alles menschenmögliche tun, um unsere Kultur zu erhalten. Aber wir haben leider auch Vorstände, die mit ihrem Verhalten genau das Gegenteil erreichen. Viele ruhen sich auf dem Erreichten aus, und sehen gar nicht, dass mittlerweile um sie herum alles kaputt geht. Ich wünsche mir, dass diese Personen entdecken dass sie sehr viel für uns Banater Schwaben geleistet haben, aber es nun an der Zeit ist anderen den Vortritt zu lassen.

Ich wünsche mir, dass im neuen Jahr viel mehr Banater Schwaben sich an der Bewahrung unserer Kultur beteiligen. Das vor allem noch viel mehr Jugendliche in der Landsmannschaft oder anderen Organisationen aktiv mitwirken. Und ich wünsche mir auch, dass ihnen überhaupt die Chance dazu gegeben wird. Damit meine ich nicht die Wahl in irgend einen Vorstand, wenn anschließend alle Ideen abgeschmettert werden. Sondern ich meine das ihnen zugehört wird, man auch mal bereit ist etwas anders zu machen als bisher und etwas zu verändern.

All den Nein-Sagern wünsche ich fürs neue Jahr, dass sie entdecken welche großen Chancen das Ja-Sagen ermöglicht. Dass sie entdecken, was Veränderungen für Möglichkeiten bieten. Denn ständiges Blockieren und neue Ideen kaputt reden bringt uns kein Stück weiter, es hält auf, wirft uns zurück und mach bereits erreichtes zunichte.

Fürs neue Jahr wünsche ich mir, dass wir uns mehr öffnen. Nicht nur für neue und mutige Ideen, sondern auch für andere Menschen. Die letzte im Banat geborene Generation der Banater Schwaben, ist jetzt in dem Alter eine Familie zu gründen. Dabei heiraten die wenigsten auch einen Banater Schwaben oder eine Banater Schwäbin. Und wir als Banater Gemeinschaft müssen auch für diese Leute interessant werden. Unsere Veranstaltungen müssen auch für Nicht-Banater, für Menschen die mit Banatern befreundet oder verheiratet sind, anziehend wirken. Nur so können wir dafür sorgen, dass es auch in Zukunft noch Menschen gibt, die sagen können ich bin ein Banater Schwabe.

Unseren aktiven Vertretern wünsche ich die Kraft und die Ausdauer sich weiterhin für die Belange der Banater Schwaben einzusetzen. Der Landsmannschaft wünsche ich mehr neue, junge und vor allem aktive Mitglieder sowie nicht nur Kritik, sondern auch mehr Bereitschaft der Mitglieder und Nicht-Mitglieder sich aktiv einzubringen.

Euch liebe Besucher und allen anderen Banater Schwaben wünsche ich ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr. Dass sich all eure Wünsche erfüllen und alles Gute.

13 Responses to Ein frohes neues Jahr.

  1. Supersvabo on 1. März 2011 at 15:46

    Ich beglückwünsche Dich zu dieser Ansprache. Es ist viel schönes und gutes darinnen, das ich mir gerne zu Herzen nehmen will.

    Nun, ja es ist nicht immer derjenige mein persönlicher Feind, der eine andere Meinung vertritt. Die Menatlität im Schwowe-Banat vor dem großen Exodus war aber durchaus so, daß man sein Gegenüber abgeschätzt hat, wenn er nicht meinungskonform war. Freundschaften zu pflege, obwohl man genau gegenteiliger Meinung war, kam selten vor. Wir Schowe hatten möglicherweise viel Kultur im Banat, Kerweih, Blechmusig, Buttercreme-Tortne, spezielle schwäbische Badekultur aber Streitkultur, die war nit so ausgeprägt.

  2. billigmann on 8. Januar 2011 at 15:41

    interessanter Beitrag – frohes neues

  3. Der Schwob on 3. Januar 2011 at 00:08

    Zum schönen Land gibt es da einen passenden Witz.
    Angeblich wollte der Herrgott einen passenden Ausgleich zum Idyll herstellen
    und verpflanzte eine besondere Sorte Menschen dazu. Ist ein Saschomanen-Witz.
    Sollte man auch deshalb nicht ernst nehmen.

  4. Katharina on 2. Januar 2011 at 23:04

    @Solala
    Wir haben das Land verlassen und so manch einer tat so, als spucke er auch noch auf es!
    Ich habe immer einen Unterschied zwischen den “Herren” Rumäniens und der Landschaft gemacht.
    Letztere habe ich in meinem Herz mit Liebe bedacht.
    Und diese Liebe kann noch so feurig sein…
    Es gibt immer nur eine Rückkehr auf Zeit.

  5. solala on 2. Januar 2011 at 22:48

    @Katharina,
    der Mann von dem ich sprach ist kein Manager, ein eher bescheidener Mensch, der die Natur liebt, und das Land noch nie gesehen hatte.

    Was mich seit Jahren beschäftigt, ist, dass andere kommen werden, seien es Manager, Prinz Charles oder Araber, denen das Land nie gehört hat, dann das Land eines Tages das ihrige nennen, und wir zu spät sind.

    Ich denke, dass Maffei den Artikel in der Bild veranlasst hat. Dracula ist reine Augenauswischerei, die wenigsten fallen darauf rein, den Reisebüros fällt nichts Besseres für ihre Werbung ein – schade

  6. Katharina on 2. Januar 2011 at 21:53

    @Solala
    Brauchen wir jetzt deutsche Manager schon, um uns das Land zu erklären, dass wir alle verlassen haben?
    Dass Rumänien wunderschön ist, leugnen nur die Böswilligen unter uns Abgehauenen.
    Wir sind nicht gegangen, weil es häßlich und laut war.
    Und ein Graf Dracula hat uns nie interessiert.
    Erschreckt haben uns die Zustände, die Perspektivlosigkeit…
    Und einige von uns fahren in das Land immerwieder.
    Und lieben es noch immer.
    Vielleicht hängt es auch von der Brille ab, die wir gerade tragen.

  7. solala on 2. Januar 2011 at 10:34

    Fantastisch, Polkakeenich, was Sie da gefunden haben!
    Im Oktober letzten Jahres war ein mir bekannter Reichsdeutscher für drei Tage geschäftlich in Siebenbürgen. Nach seiner Rückkehr wollte ich wissen wie es gewesen sei. Er hat geschwärmt von dem Land und mir stundenlang erzählt was er dort erlebt hätte. Über die freundlichen Menschen die er dort getroffen hätte, mit denen er sich durch Zeichen doch gut verständigen konnte, von den Frauen, die für die Ortsbesichtigung auf einem hügeligen Gelände Stöckelschuhe anhatten, von den unzähligen Hunden auf der Straße, von der Neugierde der Menschen, der absoluten Ruhe, der zauberhaften Landschaft – bester Ort für gestresste Manager aus Deutschland.
    Es kommt die Zeit, da fahren solche Manager dann auch ins Banat, in diese unendliche Weite, dahin wo man bis ans Ende der Welt schauen kann. Vielleicht kommt diese Zeit schon bald. Vielleicht gehören wir dann auch wieder dazu. Wir müssen es nur wollen.

  8. Katharina on 1. Januar 2011 at 20:50

    Das Jahr fängt gut an!
    Rote Däumchen! :-)
    Ist ja leichter als seine Meinung zu posten!
    Wie wäre es, Ihr meldet Euch mal zu Wort?
    Denn so aus dem Hinterhalt…ist ja doch nicht das beste Zeichen von Mut…gell?

  9. Neujahr on 1. Januar 2011 at 19:43
  10. polkakeenich on 1. Januar 2011 at 19:35

    Ich bin ein Banater Schwabe !
    Das habe ich doch schon immer gesagt ,ob dies einem gepasst hat, oder auch nicht……

    Zweitens deine Ansprache war ja besser, wie dem Ceaucescu seine. Also im ernst, ich finde sie sehr, sehr gut und die wird vielen zu dencken geben.

    Der Blog ist ein Demokatisches Forum wo jeder Mensch gleichberechtigt ist. Die Banater sind mit so etwas nicht vertraut und haben auch ihre probleme damit.
    Aber, was nicht ist, kann ja noch werden.

  11. Katharina on 1. Januar 2011 at 16:38

    Allen Besucher hier wünsche ich ein ereignisreiches Jahr im positiven Sinne!
    Viel Glück, Gesundheit und Fröhlichkeit!

  12. Katharina on 1. Januar 2011 at 16:35

    ich bin ein Banater Schwabe.

    Ein frohes neues Jahr.
    1. Januar 2011
    von Ingemar
    ___________________________________________
    …ich bin ein Banater Schwabe.
    Das frei sagen zu können, finde ich wunderbar.