Die Umgehungsstraße wird Lasterverkehr durch Hermannstadt bald nur noch Erinnerung?

30. August 2010
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hb. Hermannstadt – Die Hermannstädter sollten Erinnerungsfotos machen von den Lastern, die durch die Stadt fahren, denn ab Dezember werden sie sie nicht mehr sehen, wiederholte Premier Emil Boc Donnerstagvormittag mehrmals.

Zum wiederholten Mal besichtigte er auf Einladung der PDL-Senatoren und -Abgeordneten von Hermannstadt/Sibiu zusammen mit Verkehrsminister Radu Berceanu die Baustelle der Ringstraße. Er habe seinen Parteikollegen gesagt, dass er mit einer Bedingung nach Hermannstadt kommt: Er wolle den Bewohnern versichern können, dass sie den Alptraum Großlasterverkehr und das Durchreisen der von einem in den anderen Landesteil fahrenden Autos im Dezember los sind, meinte er voller Optimismus.

Der Hubschrauber mit dem Premier und Minister landete pünktlich 10 Uhr. Per Auto konnte diesmal der größte Teil der 14,8 Kilometer langen Strecke, die an der Nationalstraße zwischen Schellenberg/Selimbãr und Vestem beginnt und die Stadt im Osten und Norden bis zur Ausfahrt Richtung Mediasch umringt, auf der neuen Fahrbahn zurückgelegt werden. An der Bahnüberführung nahe Salzburg/Ocna Sibiului erhielten sie von den Bauleuten Informationen über den Stand der Arbeiten. Nicht besichtigt wurde Teilstück II, das von der Straße nach Salzburg in die Ausfallstraße Richtung Arad mündet. Das Gesamtprojekt belaufe sich auf rund 50 Millionen Euro, von denen 14 Millionen für Enteignungen gezahlt werden mussten, erklärte Berceanu. Die Umgehungsstraße führt über 17 Brücken, die, so die Bauleute, zu 90 Prozent fertiggestellt sind.

Die Ringsstraße von Hermannstadt ist Teil des IV. Paneuropäischen Verkehrskorridors. Ab Nadlak/N²dlac wird derzeit an mehreren Ringstraßen gearbeitet. Gesichert ist die Finanzierung der Gesamtstrecke bis Konstanza/Constanta hin mit Ausnahme des Teilstückes Hermannstadt – Pitesti. Da es sich um einen komplizierten Bau handelt mit zahlreichen Viadukten, sollen die Nutzungsrechte für diese Strecke, die über Curtea de Arges führen wird, in zwei oder drei Teilen vergeben werden, wozu es im nächsten Jahr eine internationale Ausschreibung geben soll. Von Pitesti aber werde man ab dem nächsten Sommer auf der Autobahn an die Schwarzmeer- küste fahren können, verkündete Premier Boc.

Im Einvernehmen mit der EU, aus deren Töpfen das Verkehrsministerium 2007 bis 2013 fast 4,5 Milliarden Euro erhält, werden die Arbeiten am Paneuropäischen Verkehrskorridor IV vorangetrieben. Minister Berceanu hofft, dass die EU Rumänien ab 2013 dann die Mittel zuspricht, um die Autobahn Bukarest – Ploiesti – Kronstadt – Großwardein/Oradea oder jene Richtung Moldau bauen zu können.

Auf die Frage, warum die Umgehungsstraße nicht wie geplant, vor drei Jahren fertig war, erklärte Boc: „Vor drei Jahren haben nicht wir regiert. Seit die PDL die Regierung stellt, wurde Hermannstadt zu einer Priorität erklärt was die Investitionen angeht und aus diesem Grund ist diese Umgehungsstraße 2010 fertig.“ Was den Bau von Autobahnen angeht, seien in den vergangenen zwei Jahren 42 Kilometer der Transilvania-Autobahn dem Verkehr übergeben worden und weitere 12 Kilometer dieser Autobahn werden bis zum Jahresende fertig, erklärte er stolz.

Quelle: ADZ
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