Der Dialekt der Banater Schwaben

4. Februar 2009
von

Wer spricht noch den Dialekt aus dem Banat? Gibt es überhaupt EINEN Banater Dialekt? Und welchen Anteil hat der Dialekt an der Kultur der Banater Schwaben?

Der Banater Dialekt.

Es gibt keinen Banater Dialekt. Die Ahnen der Banater Schwaben sind hauptsächlich aus dem Südwestdeutschen Raum gekommen und Familien aus der gleichen Region wurden oftmals nach ihrer Ankunft im Banat, im gleichen Dorf angesiedelt. Das Ergebnis war bzw. ist, dass von Ort zu Ort und von Dorf zu Dorf oftmals bereits ein leicht anderer Dialekt gesprochen wurde. Dieser hat sich dann im Laufe der Jahre natürlich weiter entwickelt und neue Begriffe – auch aus dem Rumänischen, Ungarischen und Österreichischen – sind dazu gekommen. Es gibt also keinen wirklichen Banater Dialekt sondern verschiedene Dialekte, die natürlich vieles gemeinsam haben.

Der Banater Dialekt heute.

So wie sich der Banater Dialekt in den Jahren im Banat weiter entwickelt hat, entwickelt sich die Sprache der Banater Schwaben auch hier in Deutschland, Amerika und überall auf der Welt weiter. Ich merke es selbst, dass wenn ich heute Dialekt rede, ich auch Hochdeutsche Begriffe verwende. Ich sage zwar noch Paradeis zu den Tomaten aber nicht mehr Bizikl zum Fahrrad. Solche Wechsel passieren nicht bewusst, sie passieren einfach. So lange jedoch solche Änderungen stattfinden, lebt der Dialekt weiter und die „Banater Sprache” mit ihm. So lange Veränderungen passieren, bleibt die Kultur der Banater Schwaben am leben. Daher fürchte ich nicht um die Kultur der Banater, weil der ein oder andere Begriff sich ändert. Die Sprache hat sich immer verändert, auch in den Jahren im Banat.

Der Banater Dialekt stirbt aus.

Das Problem ist daher eher, dass viele junge Banater nicht mehr den Dialekt sprechen. Schaue ich mich so in meiner Verwandtschaft um, sprechen viele Kinder, Jugendliche oder auch Ältere eben nicht mehr unseren Dialekt. Sie schämen sich, wollen nicht als „Ausländer” erkannt werden, nichts mehr mit der Vergangenheit zu tun haben, oder – was das schlimmste ist – lernen es einfach nicht mehr von ihren Eltern. Die Gefahr ist daher sehr groß, viel zu groß, dass der Banater Dialekt und damit die gesamte Kultur der Banater Schwaben aussterben.

Die Rettung des Banater Dialekts.

Banater, die den Dialekt ihrer Ahnen aus dem Banat nicht mehr sprechen wollen, kann man nicht wirklich überreden. Sie haben diese Entscheidung getroffen, und man sollte niemand zu seinem Glück zwingen. Was man jedoch ändern kann, ist erstens den Kindern, die den Dialekt von den Eltern nicht mehr lernen, die Sprache der Banater Schwaben wieder näher zu bringen. Und zweitens sie ganz einfach Saloonfähig zu machen.
Die Akademie für Theater und Film in Sofia hat dazu ein Interessantes Projekt gestartet. Es nennt sich „Stories from Old Bulgaria” (Geschichten aus dem alten Bulgarien), Den Zusammenhang von Banat und Bulgarien versteh ich nicht so ganz, aber man soll sich daran nicht stören. Bei diesem Projekt gibt es mehrere Aufführungen in unterschiedlichen Dialekten, darunter eben auch der Dialekt der Banater Schwaben. Oder hier ein weiteres schönes Beispiel. Hauptsächlich russische Spätaussiedler, vor allem Frauen, haben eine CD mit Liedern in ihrem Dialekt aufgenommen. Doch sind dies nur einige der vielen Möglichkeiten.
Unser Dialekt kann nur überleben wenn zwei Dinge geschehen. Zum Einen muss er analysiert und untersucht werden und zum Anderen muss er weiter entwickelt werden. Analysiert, um ihn überhaupt weiter entwickeln zu können, um einen gesprochenen Dialekt auch schreiben zu lernen. Denn dies würde völlig neue Möglichkeiten eröffnen. Es könnten zum Beispiel Bücher geschrieben werden oder Theaterstücke. Der Banater Dialekt könnte damit schriftlich bewahrt und auch von Menschen, die den Dialekt nie gelernt haben, gelernt werden.
Doch ist dies überhaupt Möglich? Wollen wir den Banater Dialekt bewahren und vielleicht sogar wirklich EINEN Banater Dialekt schaffen? Wäre das nicht nur etwas Künstliches?

Was haltet ihr davon? Sprecht ihr noch den Dialekt aus dem Banat? Können eure Kinder ihn? Wollt ihr ihn überhaupt bewahren oder sprecht ihr ihn selbst nicht mehr? Sagt mir eure Meinung.

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61 Responses to Der Dialekt der Banater Schwaben

  1. Anonymous am 10. November 2011 um 22:35

    meine ‘uf Kleen-Grawatz’ für schlafen gehen.

  2. Anonymous am 10. November 2011 um 22:34

    kennt jemand noch <> für schlafen gehen? Oder lunzen?

  3. Anneliese am 1. November 2011 um 10:55

    Serwus liewer Anonymous,
    dankscheen for dei Kommentar und BINGO: de Fehler, de was Du gfun hast, de derfst p´halle.
    Scheene Gruß vum Schwowekind

  4. Anonymous am 1. November 2011 um 10:35

    Ich hätt mich jo gere in des “Gästemuch” ingetraa. Doch was is e Gästemuch?

  5. Anonymous am 1. November 2011 um 10:24

    Dem Anneliese sei “Schwowekind” …..
    Schaut un staunt!!!!
    Mer mennt, es is net meeglich!

  6. Anneliese am 31. Oktober 2011 um 21:18

    Ich han mer des sehr zu Herze g´hol un vielleicht wor grad des de letzte Anstoß, dass ich endlich mol mei homepage mach. Wie wohr des doch is, dass des schwowische Schreiwe verdammt schwer fallt, manchmol muss ich selwer lache, wie des Wort do gschrieb steht. Awwer was soll´s, ich han mei groß Freed dran un iwwer 1.000 Besucher in 3 Monat is a net ohne.

    http://www.schwowekind.de

    Ich gfrei mich sehr, wann der ´s Schwowekind mol b´sucht.

    Liewe Gruß
    ´s Annelies

  7. Katharina am 7. März 2011 um 11:17

    Gestern, als ich im Banatblog herumlas, guckte Söhnchen mir über die Schulter und sagte: “Das werde ich Dir sagen, wenn Du mich wieder mal fragen solltest, woher ich komme” :-)

  8. Der Schwob am 6. März 2011 um 22:45

    Viele Schwowesprüche waren doch gut. In den 60ern, als es noch nicht überall
    Asphaltstraßen gab und die gute, alte Kutsche noch in Mode war, begleitete ich
    meinen Vater. Der eine oder andere Schwob fragte am Dorfeingang:

    “Vun wo kummt dr her?”

    “Vun driwer riwer!”

    Diesen Spruch gebrauche ich heute noch, u.zw. in seiner Originalfassung.

  9. Supersvabo am 4. März 2011 um 09:56

    hat jetzt nix direkt mit Dialekt zu tun. Kennt noch jemand den Spruch von früher, wenn ein Kind von einem Großen nach dem Namen gefragt wurde und das Kind entwender schüchtern oder maulfaul war: “Wem gheerscht Du, Kleenes?….Em Herr Parrer?” Ich hörte im Banat diesen Spruch öfters; fand ihn schon damals blöd. Oder es will sich jemand dazu sitzen oder stellen, wo schon viele an einem Fleck stehen. Dann fragt einer, ob alle zusammenrücken sollen, woraufhin der neu dazugekommene übergescheid meint: “Jessesgott, wann ich nar im Himmel so viel Platz hätt’!” Es sind Sprüche die es nicht wert sind erhalten zu bleiben, aber manchmal überfallen sie mich von hinten und gehen mir eine zeitlang nit aus dem Sinn.

  10. solala am 4. März 2011 um 00:27

    Jetzt erst sehe ich den Beitrag von oben von Ingemar, den er schon 2009 geschrieben hat.
    Sich wegen dem Schwäbischen etwa schämen zu müssen, verstehe ich nicht. Jeder Bayer ist stolz bayerisch zu reden, das ist keine Schande. Wenn der aus dem tiefsten Bayerischen Wald kommt versteht man ( ich zumindest ) gar nicht alles. Demgegenüber ist das Banater Schwäbische ein abgewandeltes “Hochdeutsch”.

    So das war´s für heut, der Tag war lang, gut Nacht.
    ( im Schwowische hoost des anderscht awer do gebt´s jetzt noch kau Buchstowe davour)

  11. solala am 4. März 2011 um 00:08

    “zur” Verfügung – wie immer und häufig, wieder mal, fehlerhaft. Nicht Sarrazin hat die hohen Maßstäbe gesetzt, Katharina, von wegen mit drei Fehlern nicht bestanden, es waren nach seiner Aussage die Anforderungen der Schule, zu seiner Zeit, als er Abitur machte.

  12. Katharina am 3. März 2011 um 23:59

    @Solala
    Ich sage nicht, wir sollen die Sibis kopieren.
    Aber umdenken wäre nicht schlecht.

  13. Katharina am 3. März 2011 um 23:54

    @Ariel
    Das ist ja Honig für die Seele! :-)

  14. solala am 3. März 2011 um 23:53

    “ich han heit marit Orwusse iwrich gelost”

    Gerätselt habe ich lange über das Wort “marit”, wollte schon nachfragen, jetzt weiss ich´s, dass es bei uns “morje” hieß.

    Das Banater Schwäbisch, zumindest das was ich mal gesprochen habe – aber lang lang ist´s her – ist für Bundesdeutsche weit besser verständlich als das Siebenbürgisch Sächsische.
    Ich finde das Banater Schwäbisch, das meine Oma gesprochen hat, sehr schön. Ich konnte es auch mal ganz gut, aber ich habe so vieles vergessen, und spätestens nach dem zehnten Satz verfalle ich ins Hochdeutsche, weil mir die Worte fehlen und es mich anstrengt. Schade drum.
    Die Sibis schreiben im Forum sächsische Gedichte, Anekdoten. Ist teils schwer zu lesen, aber man gewöhnt sich dran. Die haben dort auch die besonderen Vokale als Buchstaben zu Verfügung.

  15. Ariel am 3. März 2011 um 23:29

    @ Katharina,
    ich war nicht immer mit allem einverstanden, was Sie zu dem einen oder andern Thema geschrieben haben. Das habe ich Ihnen gelegentlich auch mitgeteilt.
    Doch heute muss ich Ihnen ein großes Kompliment machen, allein schon wegen Ihrer Sorge um die Rehabilitierung der von “Delius & Co abgestempelten Region”. Ein Kompliment auch für ihre klare Stellungsnahme in der Beurteilung der literarischen Perspektive über die (Banater) Wirklichkeit in der Gegenwartsliteratur. Gerade in diesem Bereich haben ihre Blog-Beiträge dazu beigetragen, dass eine “deliushafte” Sichtweise nicht um sich greift.

  16. Supersvabo am 3. März 2011 um 23:19

    Oscherich oder so ähnlich heißt “mißratenes Stück”, glaube ich mal gehört zu haben.
    Gut Nowet

  17. Katharina am 3. März 2011 um 21:45

    Unsere Banater Dialekte salonfähig machen, wie es Ingemar schrieb, wär doch eine gute Idee.
    So könnten unsere Nachkommen zumindest alles verstehen und auch nicht mehr belächeln.
    Wir müssen unser Selbstbewußtsein zeigen.
    Das Banat soll ins Bewußtsein des Westens als eine Kulturregion eingehen.
    Es ist eine falsch verstandene Integration, wenn wir das Wertvolle unserer Region einfach wegwerfen.
    Wir regen uns auf, wenn die Westler uns in falsche Schubladen zwängen.
    Aber was tun wir konkret für die Rehabilitierung eines von Delius & Co abgestempelten Region?
    Trachtenfeste sind schön, aber das kann es nicht gewesen sein.
    Das Banatblog ist doch eine wunderbare Bühne!
    Wieso unterschätzen wir das?

    Kann sein, dass manche der Leser meine Beiträge nicht mögen, sie nervig finden.
    Aber, liebe Leute, Ihr könnt es besser, dann macht es doch!
    Ich kann auch zur Leserin mutieren.
    Ich freue mich für jeden Beitrag, der das Niveau des Blogs hebt! Ehrlich.

  18. Katharina am 3. März 2011 um 21:25

    Paar Wörter: Gschäft, Zecker, Patsche, Parteis, Kulroowe,Pockerle.
    Leicht zu raten oder?

  19. Polkakeenich am 3. März 2011 um 21:21

    Es Merel und de Barich waren Junge schweindel weiblich und mänlich.

    Barich wurde auch zu einem männlichen Sau Menschen gesagt. Merel wurde nicht bei Frauen verwendet, eher Sau ! Lach

  20. Katharina am 3. März 2011 um 21:15

    Beatrix, nichts muß uns peinlich sein, wenn es um diese Dialekte geht. Keiner kann sie richtig schreiben.
    Gesprochen klingen die Wörter doch so, dass man sie schriftlich gar nicht korrekt wiedergeben kann.
    Und wer kennt schon alle Dialekte?
    Viele Wörter benutzt man nicht mehr.
    Wir versuchen hier uns gegenseitig zu erinnern.

  21. Beatrix am 3. März 2011 um 20:52

    Habe ich nie gehört, meine Frage muss mir deshalb auch jetzt nicht peinlich sein ;-) Wusste nicht, dass es dafür eine bestimmte Bezeichnung gibt.
    —————————-
    Danke, Katharina

  22. Katharina am 3. März 2011 um 20:35

    Merel ist auch als Seiche (von Sau, weibliches Schwein) bekannt.

  23. Katharina am 3. März 2011 um 20:32

    Ist Orwuss nicht auch ein Schimpfwort?
    Orwuss für etwas Mißratenes?

  24. Beatrix am 3. März 2011 um 20:15

    „Merel und de Barich“ (Polki)
    Is mir do was entgang – ich waas immer noch net was damit gmant is.
    Barch (ohne i) han se bei uns den Eber gnennt.

  25. seppy am 3. März 2011 um 18:40

    Orwesse,hescht tes oa….Gegoogelt.

  26. Supersvabo am 3. März 2011 um 18:28

    na wann mer am Tisch sitzt, sich zuviel rausscheppt oder iwerhaupts uf de Teller tut un es nit ufesst. Dann is des was iwrich bleibt Orwusse.

  27. solala am 3. März 2011 um 15:31

    Supersvabo,

    bin zwischen Bahnhöfen unterwegs, verstehe Ihr schwowisch nicht
    “ich han heit marit Orwusse iwrich gelost”

    was heißt das???

  28. Supersvabo am 3. März 2011 um 14:12

    ich han heit marit Orwusse iwrich gelost.

  29. solala am 2. März 2011 um 21:58

    bei uns hoost des ganz anerscht, bei uns soot mr morje frieh

  30. Polkakeenich am 2. März 2011 um 09:26

    mari fruh geh ich es Merel und de Barich holle, damit mehr mit dem Ariel ne die Ahre wasche !

  31. Beatrix am 1. März 2011 um 21:27

    Ich fass es net: In meim Dialekt heißt es mari fruh mit u. Was mer alles vergesst mit der Zeit …

  32. Ariel am 1. März 2011 um 21:21

    @ Polakenich
    is tes wa for esse?
    Wenn die Weiwer jetz menne, ich kann koche, no muss ich se enttäuschen (wider ke schwowísches Wort).
    Ich kann so bische rumpantsche in der Kich. Ob mer des koche nenne kann, wes ich net. Awer verhungre tät ich net.

  33. Beatrix am 1. März 2011 um 21:20

    Lang ist’s her! Do druff , uf Brotteigknögel, wär ich net kumm. Flammkuche kenn ich, den hat’s beim Brotbacke gin mit Speckstickl owedruff. Aus Brotteich sin ach noch in den Phann in a bissl Eel oder Fett pannkuchegroßi Brot-Palatschinke geback gin – eher selten. Die wore net so beliebt wie der knuspriche Flammkuche.
    Jetz mach ich die Kischt aus, muss mari frieh raus. Bis zum nächschte Mol, Beatrix

  34. Polkakeenich am 1. März 2011 um 21:16

    Flammkuche ist ein stink normaler Brotteig ausgerolt wie eine Piza auf dem Speck und Zwiebel gebenen wurde und er wurde im Backofen mit dem Brott gebacken.

    Wiest ihr was a Mehrel oder Mährel ist ?

  35. Ingemar am 1. März 2011 um 21:16

    Das Problem an unserem Dialekt ist, dass es eben ein Dialekt und keine Schriftsprache ist. Daher auch kaum zum Aufschreiben ist bzw. die Art zu schreiben komplett neu festgelegt werden muss. Hinzu kommt dann auch noch, dass in jedem Dorf anderst geredet wurde.

  36. Ariel am 1. März 2011 um 21:07

    Ich lüfte das Geheimnis:
    Die “Wuppe” sind faustgroße Knödel aus Brotteig.
    Mer hat se in em eserne Reindl mit etwas Wasser gedinst (angedünstet).In der Endphase sin se dann kerschtlich angebroot wore. Sie wurde ein paar mal gewendet, dass se vun alli Seide Farb krien.
    Gegessen wurden die “Wuppe” mit Millich. (sieß oder sauer).
    Dieses Esssen war zumeist eine Nebenhandlung beim Brotbacken. War gerade kein Brot mehr im Haus, so hat’s Wuppe ken, bis des Brot aus’m Owe kumm is.
    In diesem Zusammenhang hat’s auch de “Flammkuche” genn.
    Was Flammkuche ist, des loss ich jetz anre saan.

  37. Beatrix am 1. März 2011 um 21:01

    Ja, und ich muss mich korrigieren: Das Wort „Naupen“ ist bekannt in den Gegenden an Rhein und Mosel (nicht Österreich).

  38. Katharina am 1. März 2011 um 20:55

    Wuppe?
    Fällt mir einfach nichts ein, obwohl ich das Gefühl habe, es schon mal gehört zu haben.

  39. Ariel am 1. März 2011 um 20:53

    Ich werd der die Naupe schon austreiwe, hat mei Grossmotter gsaat.
    Un gement hat se, die Flausen (gewisse Neigungen, Vorlieben, schlechte Gewohnheiten.

  40. Katharina am 1. März 2011 um 20:52

    Naupe?
    Launen. So kenne ich das.

  41. Beatrix am 1. März 2011 um 20:47

    Noch a scheenes Wort, dess aus der Modi kumm is: Naupe(n).
    Vleicht kenn jemand des, es is nix zum Esse. Ich maan, des hab ich sogar mol in am esterreichischer Online-Werterbuch gfun.

  42. Beatrix am 1. März 2011 um 20:41

    @ Ariel: Wuppe hab ich noch niemols gheert. Do sieht me, wie unneschiddlich unse Dialekte sind. Guugl helft a net weider. Ich tipp mol uff a Gerwe-/Schmalzgebäck, „Wuppe“ hert sich so gehaltvoll an. Bin gspannt uff die Ufflesung!

  43. Ariel am 1. März 2011 um 20:31

    @ Beatrix
    Bei dem Wort Flutte, fallt mer e annres Esse in:
    Die “Wuppe”.

    Ich loss dich roode, was des is?
    Die annre natierlich (des “natielich” ist jetz net grad so schwoowisch!) im Blog derfe mitroode.

  44. Beatrix am 1. März 2011 um 20:18

    wir können hier im Blog “schwowisch schreiwe” (Ariel)

    Guti Idee! In jedem Banater Darf werd awwe anescht gredt. Geschte hab ich a Art Deschawü ghat. Im Fernseh hat de Restorant-Tester Rach Reibekuchen ufgetischt griet. Kenn ich doch: Krumbeflutte!

  45. Katharina am 1. März 2011 um 20:09

    Sehr schön geschrieben, Ariel.
    Wir sprechen zu Hause schwowisch. Aber dieses Schwowisch wird immer ärmer.
    Viele schwowische Wörter sind schon längst aus unserem Sprachgebrauch.
    Lustig wird es, wenn wir mit Verwandten aus Übersee reden. Da sind halbe Sätze englisch.
    Rumänische Wörter kommen allerdings in unserem Schwowisch kaum vor.
    Hier im Blog schwowisch schreiwe, wäre sicher gut.
    Aber ich kann es schlecht.

  46. Ariel am 1. März 2011 um 19:59

    Schön, dass Supersvabo mal die große Themenkiste aufsperrt und auch andere Sachen diskutiert werden.

    Ja, wer rettet den Banater Dialekt?

    Ein Gespräch mit Dr. Gehl könnte schon aufschlussreich sein. Es würde möglicherweise Aufklärung bringen über den Stand der Mundartforschung (Wörterbücher, Fachliteratur usw). Doch über die Zukunft der banatschwäbischen Mundart hier in Deutschland kann man – meiner Meinung nach -keine optimistische Prognose abgeben.
    Mundart ist als Kommunikationsmittel ein wichtiger Teil des gesellschaftlichen Lebens. Und wie “banatschwäbisch” ist unser Leben hier? Mit wem und wo kommunizieren wir in Mundart? Hauptsächlich in der Familie. Und dort wird unsere Mundart auch noch eine gewisse Zeit überleben.
    Sie wird sich natürlich auch stetig verändern, bis die Sprechweise unserer Nachfahren (Enkel, Urenkel) sich soweit der jeweiligen regionale Umgangssprache (Mundart) angeglichen hat, bis man kaum noch erkennt, dass der Sprecher einen banatschwäbischen Hintergrund hat.
    Zuerst verändert sich der lautliche Aspekt (Man hört an der Aussprache dass ….), dann der Wortschatz,(Es werden immer weniger typische Wörter und Ausdrücke aus der Banater Mundart gebraucht) und zuletzt kommt der Satzbau dran (Die Wortfolge und Satzkonstruktionen entprechen den hochdeutschen oder regionalen Vorlagen).

    Eine weitere Möglichkeit der Pfelge der Mundart wäre deren Gebrauch bei den Treffen der Landsleute (was auch meisten der Fall ist).
    “Wann Schwowe zamkoomme, solle se schon so rede wie eene de Schnawel gewachs is”.
    Wir können mit unseren Kindern und Enkeln in Mundart sprechen, wir können Mundartseiten in Zeitungen veröffentlichen und Theaterstücke in Mundart aufführen, wir können hier im Blog “schwowisch schreiwe”, usw.
    Das alles ist eine schöne kulturelle Aufgabe, der sich zu widmen es sich lohnt und die gewiss auch Spaß macht.

  47. Supersvabo am 1. März 2011 um 14:18

    wer rettet den Banater Dialekt? Wie wärs mal mit einem Interview mit Dr. Hans Gehl, der Experte in Sachen schwowischer Dialekt.

  48. Anneliese am 19. Dezember 2009 um 18:50

    Hallo Polki, wann Du iwwer uns uf´m Kerschebaam hockst un Katharina un mir beim schwowisch redde zuhorchst, des gfreit mich jo narrisch :-) Mir werre a extra laut redde, dasst alles verstehst un uns nit noch vum Kerschebaam uf de Kopp fallst wann du dei Ohrwaschl so lang strecke musst :-)
    Hoff sehr, dass es dir gut geht … un komm ronner vum Kerscheebaam, es is kalt draus.

    liewe Gruß
    ´s Annelies

  49. Polkakenich am 19. Dezember 2009 um 16:10

    Doch, vun der Nation die do nit lewe……..Englisch

  50. Katharina am 19. Dezember 2009 um 12:28

    Polki, geb nor owacht, tascht net zu fill Kersche escht. ;-)

  51. Katharina am 19. Dezember 2009 um 11:18

    Tes unne is aanfach a Fehler.

  52. Katharina am 19. Dezember 2009 um 11:17

    Anneliese, sicher sin ti Kinner aa in Teitschland glicklich. Sie kenne jo nor ti Welt vun to.
    Mer, wu mer ganz was anres gsiehn un erlebt han, finne tes to schrecklich. Wel ti Kinner to net wie bei uns um Dorf rumloofe kenne un so aa net so Kontakte finne. Vun klaan on han se Pflichte un sie misse Modell sin.
    Lebhafte Kinner were als hiperaktiv gsiehn. Un schun han se es Ritalin verschrieb.Es lewe fill Natione do,awwer ti Kinner lehre ka anre Sproche.
    Es ist alles so “struktureert” un “geordnet”,alles kinschtlich.
    Es schaut scheen aus,awwer wann mer weider schaut, kriet mer Ängschte.
    Ti Alde ken abgschob, wel, ti Kinner ka Zeit un ka Luscht han. Sie han ka Verständnis.
    Un geger Traurichkeit un geger Langweil un iwwerhaupt kets jo Pille. Un no sitze ti Alde to wie drogeert un alli soon, tes is ti Demenz.
    In Teitschland tut mer geere Werter erfinne oder anre verwenne,ti gar net passe…
    Ja, Anneliese, ich han a Problem mit`m schreiwe.
    Awwer es is scheen mit ter to zu rede.
    Un sicher frei ich mich uf tei Gedichte.
    Scheene Gruß vun mer.
    Katharina

    Es lewe viel Natione to, awwer ti Kinner lehre ka anri Sproch.

  53. Polkakenich am 18. Dezember 2009 um 13:31

    Do han sich zwei gfunde unerm Kirschbaam!
    Der Polki sitzt uf eem Boam und lauscht eich zu.

  54. Anneliese am 18. Dezember 2009 um 13:13

    Dank der nochmol scheen Katharina :-) Hast recht, scheen redde brauch mer gar nix. Ich glaub, dass die Kinner do in Deitschland ihre Kindheit a in scheener Erinnerung han. Nor was mir wirklich sehr stark ufgfall is, de Familiezusammenhalt war bei uns wirklich einmalich. Es wor a immer so scheen, wann mehr Generatione unner eem Dach gewohnt han, hast als Kind immer jemand ghat, der was sich mit dir beschäfticht hat. Ich mach des jo gar nit, dass ich direkte Vergleiche zieh, weil ich do a eigene Standpunkt han. Was for mich do so schrecklich is, is zum Teil des Fernseeprogramm, die Presse und die “Meinungsfreiheit” welche mer sich do rausnehme kann. Die ganze äußere Einflüsse wirke katastrophal uf die Kinner. Des Gfiehl wohlbehütet im Schoß de Familie zu sin, werde se kaum erlewe. Deswege find ich die Welt do net schlecht, awwer sie hat anre Wert, welches net meine sin.
    Ja liebee Katharina, mir sin a Konsumgesellschaft un do muss im Einzelhandl die Kasse am End vum Johr stimme. Oh Wunner, bei all der Wirtschaftskrise, es werd sich fleissich einkauft. Des is a net mei Welt.

    Ich mecht awwer do net vum Thema abweiche, do geht es jo um unser schwowisch Sproch und des woll mer a weidermache. Ich han schon vill schwowische Gedichte gschrieb un ich werd gern mol zwischedorch welch instelle.

    Is nett mit Dir zu plaudre Katharina :-)
    liewe Gruß
    ´s Annelies

  55. Katharina am 18. Dezember 2009 um 12:29

    Anneliese, ich glaab aa, unser Lewe wär jetzt dort anerscht.
    Es hat sich alles geännert.
    Tei Gedicht erinnert an te viele Schnee in te Kindheit, die Erwartung vun Weihnachte…un sicher han ti Alde a Platz in te wormi Stub ghat.
    Ti Welt dort wor net immer perfekt.
    Awwer ti Familie hat versucht Familie zu sin.
    Mer hat a anri Verantwortung gezeigt.
    To renne alli wie verruckt, um Gschenke zu mache, vielleicht wär etwas meh Verständnis un Lieb besser.
    Anneliese, schreib weider. Danke.

  56. Anneliese am 18. Dezember 2009 um 08:08

    Danke Katharina :-)
    Jo, des sin wirklich scheene Erinnerunge. Des Lewe is wirklich heitzutach owwerflächlich. Awwer, weeßt was ich oft denk? Wann mir heit noch im Banat lewe täte, wär a nix mehr wie frieher. Es is scheen, dass mir die Erinnerunge han un a oft dran denke. Mecht jo do keene iwwerfordre, awwer ich tät gern noch a Gedicht instelle, was ich vor a paar Tach gschrieb han. Des handelt um mei Gedanke zu Weihnacht:
    *********************************************

    Mei Gedanke zu Weihnachte
    (von Anneliese)

    Die scheenst Zeit wor mei Kinnerzeit
    denk ganz oft dran, mit Glickseelichkeit,
    ganz vieles werd ich nie vergesse,
    sind froh dass ich han des besesse.

    Do wo noch Weihnacht, Weihnacht wor,
    mit klorem Blick ins neie Johr,
    wo mer als Kind in Gott Vertraue,
    hat kenne in die Zukunft schaue.

    Wo es net wichtig wor zu zeige,
    schau was ich han, tust mich jetz neide?
    Wo Gmietlichkeit zu Weihnacht wohr,
    wo Liebe wor des ganze Johr.

    Wo Oma, Ota sin deheim,
    net wie do im Altenheim,
    wo mir als Kind gewisst schon han,
    mit Verantwortung sind mir mol dran.

    Es wor soviel, was nimmer is,
    grad deshalb, ich a nie vergiss,
    ich denk dran voll Glickseelichkeit,
    wie scheen war doch dei Kinnezeit.

    Bewahr dir die Erinnerung,
    dann bleibst a Du im Herze jung,
    und denkst zruck voll Glickseelichkeit,
    wie scheen war doch mei Kinnerzeit.
    ******************************************

    Scheene Gruß
    ´s Annelies

  57. Katharina am 18. Dezember 2009 um 02:42

    Tei Gedicht, Anneliese, is scheen un erinnert mich an unser Pumpbrunne.To war es Wasser weich, kiehl un gut. Wor mol aaner dorschtrich, hat er gut dorchgepumpt bis es Wasser genuch kalt wor.
    Es Wasser in te Schwenglbrunne war hart un wor nore fors Vieh gut.
    Mer schleppt ti Erinnerunge mit sich rum un ich men, sie mache uns reich.
    Te Westen is reich un hat viel Gutes.
    Awwer viel Leit han a leeri Seel un verleere ehre Zeit mit Sache, ti owerflächich sin.
    Ich kann schlecht schwowisch schreiwe, awwer ich ken mei Sproch net her.

  58. Anneliese am 17. Dezember 2009 um 08:07

    Ich tät jo ke Grund wisse, for was mir net schwowisch redde solle!? Ich ruf mei Motter fast jede Tach vun de Arweit an, un do red ich a schwowisch. Letztens hat mei Scheff gfroht, was is des Krumbieresupp??? Ich han gar net gewisst wo er des herhat, dann hat er awer gsagt, ich han meiner Motter gsagt, dass ich heit Krumbieresupp mach un er mecht gere wisse was des is. Ich han do lache misse… Ich sin a noch nie deswege angred wor, was ich do for Sproch redde tu. Ich kenn do jemande, die red mit ihrer Motter hochdeitsch, des find ich net gut. Die Frau gfreit sich immer, wann Schwowe komme un se schwowisch redde kann.
    Ich han mittlerweile angfang schwowische Gedichte zu schreiwe. Mir gfallt unser Mottersproch sehr gut, mei Sohn red mit seiner Oma a schwowisch, obwohl er es nie richtich gelernt hat.
    Mecht eich mei letztes Gedich gere vorstelle:
    *********************************************
    De Brunne in unsrer Gass
    (vun Anneliese)

    In unsrer Gass do is er gstann,
    soweit errinre ich mich kann,
    net weit weg vun meim Elternhaus,
    hat Wasser gspend tachein, tachaus.

    Un weil modern do gar nix wor,
    han laafe misse ´s ganze Johr,
    gepumpt han mehr in unsrer Gass,
    des gude Wasser, frisches Nass.

    Do han mer Sorche gar net ghat,
    dass es es net gut is, odder hart,
    un Chlor wor do a gar net drinne,
    es tut nor gudes Wasser rinne.

    So oft muss ich do zruck dran denke,
    ob´s ne noch gefft, tut er noch tränke?
    Han oft geträhmt vum kiehle Nass,
    vum gude Brunne in unsrer Gass.
    ******************************************

    Ich kann mich oft uf schwowisch besser ausdricke, wie uf hochdeitsch. Des mit dem niederschreiwe is wirklich so a Sach, manchmol muss ich a paar Wörter wirklich hochdeischt schreiwe, weil mir han jo des schwowische nie no de Schrift gelernt.

    Scheene Gruß
    ´s Annelies

  59. Katharina am 17. Dezember 2009 um 01:47

    Sicher rede mer teham schwowisch.Laader kann ich net so schreiwe, wie ich rede. To nailich han ich Wort benutzt, wu mei Sohn noch nie gheert hat. Un er ment, daß mei Schwowisch immer ärmer get.
    In meiner Verwandschaft rede ti Kinner ka Schwowisch meh.
    Mei Maanung is, te Mensch is net besser un reicher, wann er ka schwowisch red.
    Es is awwer schwer a Dialekt zu rette, wann niemand ne meh rede will.
    Ich han mol zwaa alde Schwowinne rede gheert un als ich nähgschter kumm sin, han ti schnell ufgheert. Ich han nix gsaat.Hätt awwer geere…
    Ich soon immer, ti Bayre, ti Schwaben (!), ti Hesse un Rheinlänner un alli rede toch aach ihre Dialekt. For was soll ich meine wegworfe?

  60. [...] Zeitung im Internet erschienen. Und wie immer gibt es interessante Berichte, diesmal sogar im Banater Dialekt und eine Banater Fotostory. Der Text zu den Fotos lautet: “Ja tös Traahn tös is mei [...]

  61. [...] Doch ich habe auch einen anderen Plan im Hinterkopf. In dem Artikel zum Banater Dialekt habe ich ja mehrere Möglichkeiten vorgestellt, wie es anderen Kulturen gelingt ihren Dialekt zu bewahren. Daher spiele ich mit dem Gedanken, das Banater Rezeptebuch zweisprachig zu gestellten. Auf der linken Seite zum Beispiel auf Hochdeutsch und rechts im Banater Dialekt. [...]

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