Brücken zwischen Deutschland, Rumänien und Ungarn

30. August 2010
von

Sathmarer Schwaben trafen sich zum 21. Mal / Von Gabriela Rist

„Heute feiern wir einen historischen Tag. Zum ersten Mal haben unsere Landsleute aus Wahlei und Merk in Ungarn Gelegenheit, ohne große Schwierigkeiten die ungarisch-rumänische Grenze zu passieren, um an unserem Treffen teilzunehmen.“ Mit diesen Worten begrüßte Helmut Berner, Vorsitzender des Verbands der Sathmarer Schwaben in Deutschland in seiner Festrede die zahlreichen Teilnehmer am zweiten Tag des Schwabentreffens in Schinal/Urziceni.

Bis in den vergangenen zwanzig Jahren die Sathmarer Schwaben sich jährlich abwechselnd in Rumänien und Deutschland trafen, fand das 21. Schwabentreffen vergangenes Wochenende sowohl in Ungarn als auch in Sathmar/Satu Mare statt.

„Die Schwaben in Wahlei und Merk waren jahrzehntelang von den Ortschaften diesseits der Grenze getrennt. Nach der Wende sind die ehemaligen guten Verbindungen mit diesen Ortschaften intensiver geworden und hoffentlich werden sie in Zukunft noch mehr ausgebreitet“, drückte auch Johann Forstenheizler, Vorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen in Nordsiebenbürgen und im Kreis Sathmar seine Freude bei der feierlichen Eröffnung des Schwabentreffens in Schinal über die regen Kontakte zu den Landsleuten in Ungarn aus. Josef Mellau und István Vilmos, Bürgermeister der Gemeinden Schinal und Wahlei, teilten diese Meinung auch. Sollte im nächsten Jahr der Grenzübergang entfallen, würden sie neue Möglichkeiten für die Kooperation haben, meinten die beiden Gemeindevorsteher.

Vom Motto des diesjährigen Schwabentreffens, „Hände reichend Zukunftsperspektiven schaffen, daheim in Europa“, leitete Helmut Berner die Gemeinsamkeit der Sathmarer Schwaben ab: „Gemeinsamkeit ist das Bekenntnis zur eigenen kulturellen Identität“, sagte der Festredner. „Dieses Bekenntnis vereint uns, verbindet uns und lässt uns trotz unterschiedlicher Lebenssituationen und z. T. gesprochenen Sprachen, immer wieder zusammenfinden, uns immer wieder vergegenwärtigen, dass es ein ureigenes und auch ein natürliches Bedürfnis ist, die eigenen Sprche zu sprechen, die eigenen Traditionen, Sitten und Bräuche zu leben und zu beleben“, setzte Berner die Festrede fort. Im Weiteren machte der Vorsitzende ein Resümee über die Ergebnisse der Arbeit der Deutschen Foren in Nordsiebenbürgen, der Minderheitenselbstverwaltung in Ungarn und des Verbands der Sathmarer Schwaben in Deutschland der letzten 21 Jahre in den Bereichen Unterricht, Wirtschaft, Jugendarbeit und Kultur.

Im letzten Teil seiner Festrede sprach Berner über die Zukunftspläne der Sathmarer Schwaben. Als wichtige Vorhaben nannte er dabei u. a. die grenzüberschreitende Feier zum 300jährigen Jubiläum der Ansiedlung der Sathmarer Schwaben, die im Jahre 2012 begangen wird, die Schul-, Gemeinde- und Städtepartnerschaften sowie die Mitwirkung bei der Donaustrategie, wo Probleme des Donauraums auf europäischer Ebene gemeinsam vertreten werden.

Beglückwünscht haben beim Treffen die Sathmarer Schwaben für ihre Ergebnisse in den letzten zwanzig Jahren u. a. Karol König, Direktor im Kulturministerium, Ovidiu Gant, Abgeordneter des DFDR, Klaus Fabritius, Vorsitzender des DFDR Altreich und Erwin Josef Tigla, Vorsitzender des DFDR der Banater Berglanddeutschen.

An den beiden Tagen des Schwabentreffens fand eine Reihe von Veranstaltungen statt.

Eröffnet wurde das Event in Sathmar mit der feierlichen Einweihung des Wintergartens im Kulturtreffpunkt, der gerade fertig gebaut wurde. Am Samstagabend luden die Veranstalter zum Jazz- und Pop-Rock-Konzert von Christel Ungar Topescu, Marius Popp und Ricky Dandel in die Philharmonie Dinu Lipatti ein.

Sonntagvormittag zelebrierte Bischof Eugen Schönberger den Festgottesdienst vor zahlreichen Gläubigen aus Sathmar, Deutschland, Wahlei und Merk in der römisch-katholischen Kirche in Wahlei. Musikalisch wurde die Messe vom Maestoso Chor aus Trestenburg mitgestaltet.

Der diesjährige Festumzug der Trachtenpaare und der Teilnehmer des Schwabentreffens führte von Wahlei über die Grenze nach Schinal, wo das kulturelle Programm auf der Freilichtbühne im Zentrum der Gemeinde veranstaltet wurde.

Ein wichtiges Ereignis des Treffens war die Einweihung der Gedenktafel von Johann Holzer(1695-1777), erster Pfarrer in Schinal, der 55 Jahre lang die Menschen in der Gemeinde betreute. „…Fürsorglich, mit Demut und Blick in die Zukunft, unermüdlichem Eifer und beispielhaftem Umgang, wirkte er 55 Jahre im Weinberg Gottes, als erster Priester der Pfarre Schinal und als Vizearchidiakon“ steht auf der Gedenktafel, die im Glockenhaus der römisch-katholischen Kirche in Schinal eingeweiht wurde.

Ein Höhepunkt des Treffens war das Programm der Kulturgruppen im Freien. Zahlreiche Zuschauer bewunderten die Darbietungen der rund 30 mitwirkenden Volkstanzgruppen, Blaskapellen, Chöre und Musikformationen aus Wahlei, Merk, Herzegkut in Ungarn und aus Nordsiebenbürgen.

Quelle: ADZ
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One Response to Brücken zwischen Deutschland, Rumänien und Ungarn

  1. Gabriel am 30. Januar 2012 um 13:38

    Ich bin ein Sathmarerschwab,der heute in Freiburg wohnt.

    Es ist toll ,dass unsere Brüder und Schwester aus Ungarn mit uns sein könnten.Ich möchte mehrere Informationen über diese themen.

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