Blechmusik und der “Freundeskreis Donauschwäbische Blasmusik”

7. März 2011
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Auf Anregung eines Lesers werde ich hier mal das Thema Blechmusik und der “Freundeskreis Donauschwäbische Blasmusik” starten. Wenn ihr auch irgendwelche Themenwünsche habt, dann schickt mir die einfach an info@banatblog.eu.

Wenn im Banat gefeiert wurde, dann gehörte eine richtige Kapelle dazu. Ich selbst kann mich noch an meine erste Kehrwei erinnern. Zum Mittagessen, nahm jeder aus dem Dorf einen Musikanten mit nach Hause zum Essen. Ich wollte umbedingt, dass der Trommler zu uns kommt.  Was er dann auch tat und mich auf seiner Trommel trommeln lies. Ich erinner mich auch noch an eine alte Trompete vom Dachboden. Es war dem Uropa seine, der auch Musikant und Musiklehrer war. Ihn kannte ich nicht mehr und weiss auch sonst fast gar nichts über ihn, außer sein Musikantsein, das wurde immer erwähnt.

Heute stehen bei den Festen der Banater Schwaben leider nicht mehr ganze Musikkapellen auf der Bühne. Meist ist es nur noch eine kleine Band, die für Stimmung sorgt. Das liegt jedoch hauptsächlich an den Kosten und weniger an der Einstellung der Banater Schwaben zu ihrer geliebten Blechmusik. Das sieht man vor allem an der Vielzahl an Banater Kapellen. Der Großteil davon ist im “Freundeskreis Donauschwäbische Blasmusik” vereinigt. Daher möchte ich euch heute diese Arbeitsgruppe im Bundesverband der Landsmannschaft der Banater Schwaben näher vorstellen. Weitere Informationen zum “Freundeskreis Donauschwäbische Blasmusik” findet ihr auf deren Homepage. Hier die Vorstellung von der Internetseite der Landsmannschaft der Banater Schwaben.

Der Freundeskreis Donauschwäbische Blasmusik e.V. versteht sich als eine Arbeitsgruppe im Bundesverband der Landsmannschaft der Banater Schwaben. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, das kulturelle Erbe aller Donauschwaben vor dem Aussterben zu bewahren, weiterhin zu pflegen und wieder mehr in die Öffentlichkeit zu bringen. Mit dem Aufbau des Noten- und Tonträgerarchivs im Kultur- und Dokumantationszentrum der Banater Schwaben in Ulm, soll auch nachfolgenden Generationen die Möglichkeit gegeben werden Zugriff auf diese Musik zu haben. Alle Mitglieder im Verein (Komponisten, Arrangeure, Kapellmeister, Kapellen etc.) arbeiten ehrenamtlich. Erzielte Gewinne werden für die satzungsgemäßen Aufgaben des Vereins verwendet.

Der Verein ist seit dem 1.8.2005 beim Amtsgericht Braunschweig mit der Vereinsnummer 170300 eingetragen und vom Finanzamt Goslar mit der Steuernummer 21/215/26409 mit Bescheid vom 7.8.2006 als gemeinnützig anerkannt.

Da es um die donauschwäbische Blasmusik sehr ruhig geworden war, trafen sich am 18.4.1998 Robert Rohr, Heinrich Klein, Matthias Loske und Stephan-H. Pollmann, in München, um diesem Trend Abhilfe zu verschaffen.

Zunächst wurde der Beschluss gefasst eine Doppel CD herauszubringen. Sie sollte den Titel “Blasmusik der Donauschwaben in historischen Aufnahmen tragen”. Dabei handelte es sich bei der ersten CD um Titel, die vor dem Zweiten Weltkrieg erschienen sind und bei der zweiten um Titel, die nach dem zweiten Weltkrieg in Deutschland produziert wurden. Herausgeber dieser Produktion, die im Jahre 1999 erschien, war Robert Rohr, der auch ein kleines Begleitbuch zu der Produktion verfasste.

Doch damit war nicht allzu viel geschehen. Es sollte der Versuch unternommen werden alle Kapellen aus dem donauschwäbischen Raum zu einem Treffen an einen Tisch zu bekommen. Dieses Treffen fand am 25.11.2000 in Frankenthal statt, wo sich Vertreter ungarndeutscher Kapellen, donauschwäbischer- und Banater Kapellen trafen. Zunächst war etwas Skepsis angesagt, doch es wurde der Beschluss gefasst zu versuchen ein Noten- und Tonträgerarchiv aufzubauen. Als man sich dann zum zweiten Mal am 10. Mai 2002 in Nürnberg traf, war das Notenarchiv schon beträchtlich angewachsen und es wurde der Beschluss gefasst eine Doppel CD “Traditionelle donauschwäbische Blasmusik Folge I” mit einer Plattenfirma herauszubringen. Die Landsmannschaft der Banater Schwaben übernahm dafür die Schirmherrschaft und zusammen mit der Firma Tyrolis wurde dieser Vorschlag in die Tat umgesetzt. Beim Treffen am 22. März 2003 konnte diese CD dann in Händen gehalten werden. Die Landsmannschaft der Banater Schwaben übernahm auch die Schirmherrschaft über das Noten- und Tonträgerarchiv, welches im Kultur- und Dokumentationszentrum der Banater Schwaben eingerichtet wurde. An diesem Tag wurden die ersten 1500 archivierten Noten und die ersten Tonträger von Josef Augustin in Ulm übergeben. Die zweite Doppel CD “Traditionelle donauschwäbische Blasmusik Folge II” erschien Anfang April 2004 und eine CD mit neu eingespielten Titeln aus dem Archiv des Vereins mit dem Titel “Schöne Erinnerungen” sowie eine DVD vom Konzertmitschnitt in Mannheim im Jahre 2005 im Frühjahr 2006. Durch die freundliche Unterstützung von Seiten der Landsmannschaft der Banater Schwaben und des Innenministeriums von Baden Württemberg konnte im Juli 2004 das erste große donauschwäbische Blasmusikkonzert in Stuttgart stattfinden, bei dem 5 Kapellen des Freundeskreises jeweils 1,5 Stunden lang aufspielten. Ein weiteres Konzert fand 2005 in Mannheim statt, wo weitere 4 Mitgliedskapellen aufgetreten sind.

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2 Responses to Blechmusik und der “Freundeskreis Donauschwäbische Blasmusik”

  1. Vetter Michl on 11. März 2011 at 21:05

    Danke Ingemar,freue mich sehr auf die Beiträge welche folgen werden.Blasmusik war in unseren Herzen etwas was einfach zu uns gehörte in der alten Heimat.Für viele von uns auch hier in unserer neuen Heimat.In sehr vielen Ortschaften im Banat gab es fast kein Ereignis ohne Blechmusik,ob es Taufe,Hochzeit oder Begräbnis war.Hier in Deutschland haben wir den Freundeskreis Donauschwäbische Blasmusik,Respekt und Hochachtung den Herren welche das zu Stande gebracht haben und immer noch pflegen.Die Mitgliedskapellen in diesem Freundeskreis,haben wir schon paarmal erlebt sind alle sehr gut zum Teil sehr hochwertig.Das soll aber nicht heissen das die anderen welche nicht im Freundeskreis sind, schlecht sind.Im Gegenteil es gibt auch hier wunderbare Schwaben welche wunderbare Musik für uns Schwowe machen.Noch gibt es sie, die Schwowischi Blechmusik.Ich habe nach wie vor große Freude daran.

  2. Peter Müller-Stahl on 11. März 2011 at 17:46

    Schellackplatten von Banater Kapellen gesucht!

    In der Zwischenkriegszeit 1920-40 sind vor allem in den USA über 300 Schellackplatten von über 29 Banater Kapellen gepresst worden. Diese erstaunlich intensive Schallplattentätigkeit unserer Landsleute in den USA ist für uns Banater Schwaben von größtem Interesse und hoher kulturgeschichtlicher Bedeutung. Werte, welche im Südosten verloren gehen sollten, hatten unsere Kapellmeister aufgrund der Medienentwicklung in den USA schon längst konserviert. Hört man diese schwarzen Scheiben an wird man in die Zeit ins Banat zurück versetzt.

    Viele Schellackplatten der Banater Kapellen konnte ich bereits zusammentragen. Ich bin aber weiter auf der Suche nach Schellackplatten Banater Kapellen.
    Wer noch welche besitzt und diese verkaufen möchte, möge sich an mich wenden! E-Mail: schellackplatten@gmx.de