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Neues aus dem Banat von der Banater Zeitung – 02.09.2010

Die aktuellsten News aus dem Banat von der Banater Zeitung. Viel Spaß beim Lesen und Danke an die Redaktion, weil ich die Artikel hier veröffentlichen darf.

Ich spiele gerade mit dem Gedanken die nächsten News mit einem Video mit Kommentaren zu den Nachrichten von der Banater Zeitung zu hinterlegen. Wie findet ihr das? Machen oder wollt ihr mein Geschwätz lieber nicht hören und in Ruhe die Artikel lesen?

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Neues von der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien – 30.08.2010

So wie nicht ganz immer, aber jetzt immer wieder und vor allem öfters, die News aus der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien. Die Artikel könnt ihr wie immer rechts in der Seitenleiste finden, oder hier den Links folgen. Viel Spaß und danke an die ADZ für die Erlaubnis zur Veröffentlichung.

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Jahrestagung des AKSL über Securitate

Unter dem Titel „Die Securitate in Siebenbürgen“ findet zwischen dem 24. und 26. September die 45. Jahrestagung des Arbeitskreises für Siebenbürgische Landeskunde e. V. Heidelberg in Jena statt. Veranstaltet wird die Konferenz in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte am Historischen Institut der Universität Jena und dem Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas e. V. (IKGS) an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Die Tagung konzentriert sich auf den Raum Siebenbürgen und schwerpunktmäßig auf die Literatur und die Kirchen der Minderheiten, beziehungsweise deren Aufsicht sowie Einflussnahme durch die Securitate. Führende Mitarbeiter des rumänischen Nationalrates für die Aufarbeitung der Securitate-Archive (CNSAS) sowie rumänische, deutsche und ungarische Wissenschaftler werden aufgrund des seit einigen Jahren zugänglichen Aktenmaterials referieren, in einem Podiumsgespräch und den Diskussionsrunden nach den Referaten sollen die Betroffenen ebenfalls zu Wort kommen.

Die Tagung wird am Freitag, dem 24. September, um 14 Uhr, eröffnet. Joachim von Puttkammer (Jena) führt in die Tagung ein, wonach Dragos Petrescu, der CNSAS-Präsident, über die Unterlagen der Securitate im Spannungsfeld zwischen literarischem Wert und Dissidenten-Literatur referiert und Martin Jung (Jena) über den Umgang mit der Securitate im heutigen Rumänien spricht. Über die Erfahrungen mit der Aufarbeitung von Stasi-Akten in Deutschland berichtet Katharina Lenski (Jena), wonach Marius Oprea (Bukarest) zum Thema Securitate und die rumänische Gesellschaft spricht und Liviu Burlacu (CNSAS) die Deportation der Rumäniendeutschen in die Sowjetunion aus der Sicht der Securitate vorstellt.

Für 18 Uhr ist die Eröffnung der Ausstellung „Rumäniendeutsche Schriftsteller im Spiegel und Zerrspiegel der Securitate-Akten“ vorgesehen, in die Cristina Anisescu (CNSAS) einführt. Der erste Abend schließt mit einer Lesung des Schriftstellers Richard Wagner.

Dem Thema deutsche Minderheit und Securitate widmen sich am Samstagvormittag in der Moderation des AKSL-Vorsitzenden Ulrich A. Wien Virgiliu Târãu und Silviu Moldovan (beide CNSAS) sowie Hannelore Baier (Hermannstadt). Über die Stasi in Siebenbürgen spricht Georg Herbstritt (Berlin). Der Samstagnachmittag ist der Securitate und den Kirchen gewidmet. Über den Fall Konrad Möckel referiert Corneliu Pintilescu (Klausenburg/Cluj), zur Beziehung zu der orthodoxen Kirche spricht Gerd Stricker (Küsnacht), Deszö Buzogány (Klausenburg) geht auf die Securitate im Bezug zu den Kirchen der ungarischen Minderheit ein und Uwe-Peter Heidingsfeld (Hannover) zieht einen Vergleich zwischen der antikirchlichen Repression in der DDR und in Rumänien. In der Moderation des IKGS-Leiters Stefan Sienerth findet unter Beteiligung von Matthias Pelger (Kronstadt/Augsburg), Dorin Oancea (Hermannstadt) und Anton Sterbling (Görlitz) als Zeitzeugen eine Podiumsdiskussion statt.

Am Sonntag, dem 26. September, steht die Literatur versus Securitate im Mittelpunkt. Michael Markel (Nürnberg) präsentiert Momente der Klausenburger Germanistik im Spiegel seiner Akte, Stefan Sienerth referiert zur deutschen Literatur im Spiegelbild der Securitate und Wolfgang Dahmen/Gundel Grosse (Jena) zur rumänischen Literatur. Eine Abschlussdiskussion ist für 10.15 Uhr geplant.

Quelle: ADZ
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Liebeserklärung an das eigene Werkzeug

Günter Grass schließt seine autobiografische Trilogie ab / Von Bernhard Spring

Mit seinem neuen Roman setzt Günter Grass den Gebrüdern Grimm ein literarisches Denkmal. Zugleich verneigt sich der Nobelpreisträger mit „Grimms Wörter. Eine Liebeserklärung“ vor der deutschen Sprache und schließt seine autobiografische Trilogie ab.

Er habe eher zu viel geschrieben als zu wenig, meinte Günter Grass schmunzelnd, als er im vergangenen Jahr während des Wahlkampfes in Ostdeutschland unterwegs war. Damals las er aus seinen kurz zuvor veröffentlichten Tagebuchaufzeichnungen aus dem Jahr der Wiedervereinigung – „Unterwegs von Deutschland nach Deutschland“ zeigt einen nachdenklichen Grass, der nicht so recht in die damals heitere Zukunftsmusik einstimmen wollte. Doch diese Notizen sind trotz der typisch Grass’schen Grobkörnigkeit der Sprache kaum von literarischem Belang. Sein Reisebericht durch die sich auflösende DDR ist zuallererst ein politisches Buch.

Und vielleicht ist Grass auch in erster Linie ein politischer Autor. „Demokratie ist kein fester Besitz, sie muss immer wieder neu verteidigt, neu definiert werden“, fordert er unermüdlich, auch von sich selbst. Und so kann es kaum überraschen, dass seine jüngste Veröffentlichung ebenfalls ein politisches Buch ist. Grass zeichnet mit „Grimms Wörter“ eines der ehrgeizigsten Projekte der deutschen Sprachwissenschaft nach: Die Zusammenstellung eines Wörterbuchs durch die Gebrüder Grimm, das über alle Zeiten hinweg Gültigkeit haben würde.

Als Auftakt für seine Romanhandlung wählte Grass den Protest der Grimms gegen die Aufhebung der hannoveranischen Verfassung im Jahr 1837, der zu ihrer Entlassung von der Universität Göttingen führt – die Märchensammler Jacob und Wilhelm Grimm werden somit als Sprachwissenschaftler und Demokraten der ersten Stunde zugleich dargestellt. Grass, der die Grimms als geistiger Weggefährte so hautnah begleitet, dass er auch schon einmal neben ihnen auf einer Parkbank Platz nehmen kann, beschreibt die Entstehung des Wörterbuchs als geistesgeschichtlichen Dreh- und Angelpunkt, wobei er immer wieder den Zusammenhang zu seinem eigenen Leben und Schaffen sucht.

Zunächst machen sich Jacob und Wilhelm Grimm enthusiastisch an die Arbeit. Sie glauben, in wenigen Jahren ihr Werk abgeschlossen zu haben. Doch bald entdecken sie den wahren Umfang ihres Schaffens und kommen wesentlich langsamer voran als angenommen. Als Jacob Grimm 1863 vier Jahre nach seinem Bruder stirbt, ist er gerade einmal bei dem Wort „Frucht“ angelangt. Erst 1960 liegen alle 32 Bände des „Deutschen Wörterbuchs“ abgeschlossen vor.

Waren die Grimms von der entdeckten Vielfältigkeit der deutschen Sprache beeindruckt, so ist es Grass nicht weniger. Labsal beispielsweise sei so ein fast vergessenes Wort, dessen Klang allein schon Tröstung verschaffe. Mit einer solch intensiven Betrachtung der deutschen Sprache verneigt sich Grass als Schriftsteller vor seinem Handwerkszeug und vollendet seine autobiografische Trilogie, die seit der Publikation von „Beim Häuten der Zwiebel“ im Jahr 2006 große öffentliche Aufmerksamkeit erregte. Im schonungslosen und völlig offenen Umgang mit sich selbst hatte Grass unter anderem auch seine Vergangenheit bei der Waffen-SS erstmals zur Diskussion gestellt.

Zwei Jahr darauf folgte mit „Die Box“ ein Resümee seines späteren Lebensweges, wobei er dem Leser auch Einblicke in sein Privatleben gewährte, sich weiter häutet. In „Grimms Wörter“ richtet Grass nun den Fokus auf seine Arbeit: Der Umgang mit der Sprache steht ebenso im Vordergrund der Handlung wie auch das politische Engagement der Gebrüder Grimm. Dabei versucht Grass, ihr Handeln zeitlos erscheinen zu lassen, um aus ihm überzeitliche Ansprüche abzuleiten, und schafft damit eine tatsächliche Liebeserklärung an die politische Literatur.

Und da schimmert sie wieder durch: Grass‘ Vorstellung von einer Politik der Besonnenheit, der „kleinen Schritte“, des „Fortschritts im Schneckentempo“. In einem gemächlichen Sprachtempo gelingt Grass ein flüssig lesbarer Abriss seines literarischen und politischen Gesamtwerks – und vielleicht sogar ein gelungenes Vermächtnis.

Günter Grass: „Grimms Wörter. Eine Liebeserklärung“, Steidl Verlag, Göttingen 2010, 368 S., 29,80 Euro

Quelle: ADZ
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Auf der Suche nach dem jüdischen Sathmar

Simon Geissbühlers Neuerscheinung „Spuren, die vergehen“ / Von Markus Heide

„Die Spuren waren zurückgeblieben. Aber die Zeit würde sie allmählich verwischen, und es wird nichts zurückbleiben“, mit diesem Zitat des deutsch-jüdischen Schriftstellers Edgar Hilsenrath wird das Buch eingeleitet. Der Autor Simon Geissbühler, Erster Mitarbeiter der Schweizer Botschaft in Bukarest, hat sich in drei Reisen nach Sathmar und Umgebung aufgemacht, um dort nach den vergehenden Spuren des jüdischen Lebens zu suchen, das im Holocaust fast vollständig ausgelöscht wurde.

Und er wurde fündig: Zum Beispiel in Sathmar, wo eine Synagoge mittlerweile von Wohnblocks eingezwängt wird, in Atea an der Grenze zu Ungarn und der Ukraine, wo auf einem Friedhof nur noch ein einziger intakter Grabstein hinter Stacheldraht steht, oder in Coltirea, wo er zufällig ein Gräberfeld entdeckt, das bisher in keinerlei Büchern und Listen angegeben war.

Auf diese oftmals ungewisse Spurensuche lässt man sich beim Lesen gerne ein. Zwar ist der 1973 geborene Geissbühler unter anderem studierter Historiker und hat sich schon mehrmals mit den Juden in Osteuropa beschäftigt, sein Buch aber erhebt keine gehobenen wissenschaftlichen Ansprüche und stellt auch keine umfassende Abhandlung über die Juden in Sathmar dar.

Vielmehr ist es ein persönlicher, bebilderter Reisebericht über die Suche nach den jüdischen Spuren, dem damaligen Leben, das er immer wieder vor dem inneren Auge vorbeilaufen lässt, und die Suche nach der Antwort auf die Frage: Was bedeutet Heimat? „Es ist etwas anderes, zu Hause heimatlos zu sein als in der Fremde, wo wir in der Heimatlosigkeit ein Zuhause finden können“, mit diesem Zitat von Imre Kertész beschreibt er wohl am besten das Dilemma der Sathmarer Juden, sowohl das der zahlreich nach New York City ausgewanderten, als auch das der wenigen zu Hause gebliebenen Juden.

Der Autor hinterlässt aber nicht nur Fragen, er schildert auch präzise die von gesellschaftlicher Akzeptanz geprägte Geschichte der Juden in Rumänien bis zur Deportation, beschreibt eindrücklich Land und Leute, kritisiert die fehlende Vergangenheitsbewältigung hierzulande und beklagt die Nichtbeachtung und Vernachlässigung der jüdischen Friedhöfe und Synagogen. Mit seinem Buch erinnert er zumindest an diese bald vergangenen Spuren: „Ich habe den Zerfall gestoppt – natürlich nicht den realen Zerfall, denn ich reise mit dem Notizbuch und nicht mit dem Spaten, der Axt und der Säge, sondern den Zerfall der Erinnerung an die jüdische Präsenz, an das Leben, an die Vielfalt. Und natürlich ist der Zerfall nur gestoppt für einen Augenblick – bis dieses Buch keine Leser mehr hat, bis es zerfällt, sich auflöst in Fetzen, Partikel. Bis dann aber – immerhin – gibt es wieder eine Erinnerungsspur. Jeder, der diese Zeilen liest, trägt die Erinnerung weiter.“

Simon Geissbühler: „Spuren, die vergehen. Auf der Suche nach dem jüdischen Sathmar/Satu Mare“, 104 Seiten, mit Fotos, Hentrich & Hentrich Verlag Berlin, 2010, ISBN 978-3-942271-00-4, 17,90 Euro

Gârcin will seine Unabhängigkeit

Weg vom Munizipium zur Gemeinde. Mit diesem Ansuchen wandten sich Bewohner des Stadtteils Gârcin aus Sãcele an die Kronstädter Kreispräfektur. Rund 10.000 Einwohner hat dieses Viertel, das de facto aber ein großes Dorf ist, zu 80 Prozent von Roma bewohnt. Weil sich niemand um die wirtschaftliche Entwicklung von Gârcin kümmere, sei es besser, sich selbst zu verwalten als Gemeinde mit eigenem Bürgermeisteramt und eigenen Verwaltungsstrukturen, heißt es aus dem Roma-Dorf. Präfekt Gontea glaubt nicht, dass diese Initiative eine Zukunft hat, weil Gârcin nicht über die wirtschaftliche Kraft verfügt, einen eigenen Verwaltungsapparat zu unterhalten.

Die absolute Mehrheit der Bewohner in Gârcin ist arbeitslos und auf staatliche Sozialhilfen angewiesen. Außerdem ist dieses Viertel eines, das der Polizei die größten Probleme wegen der zahlreichen Diebstähle (vor allem aus den benachbarten Wäldern), wie auch andere Verbrechen, bereitet. Der stellvertretende Bürgermeister von Sãcele, János András, sieht ein selbständiges Gârcin als einen Witz an: „Es gibt keine finanziellen Ressourcen, die Ortschaft hat kein Vermögen und auch keine Zukunft.“

Die Probleme in und mit Gârcin sind aber ernst und das Bestreben, sich selbst verwalten zu wollen, sollte nicht belächelt werden sondern als ein Zeichen gelten, etwas in diesem Roma-Randviertel zu ändern und mit den Vertretern der Roma (so weit es diese tatsächlich gibt) einen sachlichen Dialog über die Zukunftsperspektiven von Gârcin zu führen.

Ralf Sudrigian

Quelle: ADZ
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Unzufriedenheit besteht Laute Kritik an den Bauarbeiten der Kreisstraße Hermannstadt – Agnetheln

ak. Hermannstadt – Während Premierminister Emil Boc in Begleitung von Transportminister Radu Berceanu am vergangenen Donnerstag die Arbeiten an der Umgehungsstraße von Hermannstadt/Sibiu besichtigte, tagte der Kreisrat in seiner ordentlichen August-Sitzung. Auf der Tagesordnung standen fünf Beschlussanträge – drei davon betreffend das intergrierte Müllmanagement im Kreis –, die angenommen wurden. Desgleichen lagen zwei Berichte vor über die Finanzgebarung im ersten Halbjahr sowie über den Verlauf der Bauarbeiten an der Kreisstraße 106 Hermannstadt/Sibiu – Agnetheln/Agnita.

War die Fahrt nach Agnetheln früher ein Abenteuer, so sei sie nun eine Odyssee, meinte der PSD-Kreisrat Adrian Besoiu. Auch die anderen Kreisräte hatten vieles am Zustand der Straße und dem Verlauf der Bauarbeiten zu bemängeln. Gearbeitet werde nur stellenweise, trotz der gesicherten Finanzierung. Man müsse Dutzende von Kilometern Umweg über Mediasch fahren um ins Obere Harbachtal zu gelangen, war ebenfalls zu hören. Auch wurde der Vorschlag geäußert, die Verantwortlichen und Bauherren sollten mindestens ein Mal pro Tag die Strecke mit dem eigenen Auto abfahren, um die Unannehmlichkeiten selbst zu spüren. Harsch kritisiert wurde aber insbesondere der vorgelegte Informationsbericht.

Die Vertreter der Baufirma waren bemüht, die Gemüter zu beruhigen und gaben einige Fehler zu. Der dem Kreisrat vorgelegte Bericht sei tatsächlich etwas dürftig ausgefallen, sagten sie. Die Arbeiten würden planmäßig fortschreiten und die Straße werde bestimmt bis zu dem vorgesehenen Termin, im Mai 2011, fertiggestellt. Dass bis dato kein Kilometer den endgültigen Asphaltbelag erhalten hat hänge damit zusammen, dass man so die eventuell auftretenden Fehler leichter ausbessern könne. Auch die langen Fahrten auf dem Schotter müsse man der Bauvorschriften wegen in Kauf nehmen. Der langsame Arbeitsrhythmus sei dadurch zu erklären, dass es sich um eine stark befahrene Strecke handle. Die Sommerhitze habe ebenfalls zum langsamen Fortschreiten der Arbeiten beigetragen. Der Kreisratsvorsitzende Martin Bottesch stellte jedoch fest, dass an der Umgehungsstraße trotz der Hitze gearbeitet wurde. Er betonte, dass die Unzufriedenheit mit dem Verlauf der Arbeiten weiterhin bestehe.

Als zusätzlicher Tagesordnungspunkt kam eine Information zur Situation des Flughafens hinzu. Versichert wurde erneut, dass die Sicherheit des Flugverkehrs durch den Erdrutsch am Areal außerhalb der Piste nicht beeinträchtigt sei und der Flughafen problemlos seine Tätigkeit durchführe.

Quelle: ADZ
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Die Umgehungsstraße wird Lasterverkehr durch Hermannstadt bald nur noch Erinnerung?

hb. Hermannstadt – Die Hermannstädter sollten Erinnerungsfotos machen von den Lastern, die durch die Stadt fahren, denn ab Dezember werden sie sie nicht mehr sehen, wiederholte Premier Emil Boc Donnerstagvormittag mehrmals.

Zum wiederholten Mal besichtigte er auf Einladung der PDL-Senatoren und -Abgeordneten von Hermannstadt/Sibiu zusammen mit Verkehrsminister Radu Berceanu die Baustelle der Ringstraße. Er habe seinen Parteikollegen gesagt, dass er mit einer Bedingung nach Hermannstadt kommt: Er wolle den Bewohnern versichern können, dass sie den Alptraum Großlasterverkehr und das Durchreisen der von einem in den anderen Landesteil fahrenden Autos im Dezember los sind, meinte er voller Optimismus.

Der Hubschrauber mit dem Premier und Minister landete pünktlich 10 Uhr. Per Auto konnte diesmal der größte Teil der 14,8 Kilometer langen Strecke, die an der Nationalstraße zwischen Schellenberg/Selimbãr und Vestem beginnt und die Stadt im Osten und Norden bis zur Ausfahrt Richtung Mediasch umringt, auf der neuen Fahrbahn zurückgelegt werden. An der Bahnüberführung nahe Salzburg/Ocna Sibiului erhielten sie von den Bauleuten Informationen über den Stand der Arbeiten. Nicht besichtigt wurde Teilstück II, das von der Straße nach Salzburg in die Ausfallstraße Richtung Arad mündet. Das Gesamtprojekt belaufe sich auf rund 50 Millionen Euro, von denen 14 Millionen für Enteignungen gezahlt werden mussten, erklärte Berceanu. Die Umgehungsstraße führt über 17 Brücken, die, so die Bauleute, zu 90 Prozent fertiggestellt sind.

Die Ringsstraße von Hermannstadt ist Teil des IV. Paneuropäischen Verkehrskorridors. Ab Nadlak/N²dlac wird derzeit an mehreren Ringstraßen gearbeitet. Gesichert ist die Finanzierung der Gesamtstrecke bis Konstanza/Constanta hin mit Ausnahme des Teilstückes Hermannstadt – Pitesti. Da es sich um einen komplizierten Bau handelt mit zahlreichen Viadukten, sollen die Nutzungsrechte für diese Strecke, die über Curtea de Arges führen wird, in zwei oder drei Teilen vergeben werden, wozu es im nächsten Jahr eine internationale Ausschreibung geben soll. Von Pitesti aber werde man ab dem nächsten Sommer auf der Autobahn an die Schwarzmeer- küste fahren können, verkündete Premier Boc.

Im Einvernehmen mit der EU, aus deren Töpfen das Verkehrsministerium 2007 bis 2013 fast 4,5 Milliarden Euro erhält, werden die Arbeiten am Paneuropäischen Verkehrskorridor IV vorangetrieben. Minister Berceanu hofft, dass die EU Rumänien ab 2013 dann die Mittel zuspricht, um die Autobahn Bukarest – Ploiesti – Kronstadt – Großwardein/Oradea oder jene Richtung Moldau bauen zu können.

Auf die Frage, warum die Umgehungsstraße nicht wie geplant, vor drei Jahren fertig war, erklärte Boc: „Vor drei Jahren haben nicht wir regiert. Seit die PDL die Regierung stellt, wurde Hermannstadt zu einer Priorität erklärt was die Investitionen angeht und aus diesem Grund ist diese Umgehungsstraße 2010 fertig.“ Was den Bau von Autobahnen angeht, seien in den vergangenen zwei Jahren 42 Kilometer der Transilvania-Autobahn dem Verkehr übergeben worden und weitere 12 Kilometer dieser Autobahn werden bis zum Jahresende fertig, erklärte er stolz.

Quelle: ADZ
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Brücken zwischen Deutschland, Rumänien und Ungarn

Sathmarer Schwaben trafen sich zum 21. Mal / Von Gabriela Rist

„Heute feiern wir einen historischen Tag. Zum ersten Mal haben unsere Landsleute aus Wahlei und Merk in Ungarn Gelegenheit, ohne große Schwierigkeiten die ungarisch-rumänische Grenze zu passieren, um an unserem Treffen teilzunehmen.“ Mit diesen Worten begrüßte Helmut Berner, Vorsitzender des Verbands der Sathmarer Schwaben in Deutschland in seiner Festrede die zahlreichen Teilnehmer am zweiten Tag des Schwabentreffens in Schinal/Urziceni.

Bis in den vergangenen zwanzig Jahren die Sathmarer Schwaben sich jährlich abwechselnd in Rumänien und Deutschland trafen, fand das 21. Schwabentreffen vergangenes Wochenende sowohl in Ungarn als auch in Sathmar/Satu Mare statt.

„Die Schwaben in Wahlei und Merk waren jahrzehntelang von den Ortschaften diesseits der Grenze getrennt. Nach der Wende sind die ehemaligen guten Verbindungen mit diesen Ortschaften intensiver geworden und hoffentlich werden sie in Zukunft noch mehr ausgebreitet“, drückte auch Johann Forstenheizler, Vorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen in Nordsiebenbürgen und im Kreis Sathmar seine Freude bei der feierlichen Eröffnung des Schwabentreffens in Schinal über die regen Kontakte zu den Landsleuten in Ungarn aus. Josef Mellau und István Vilmos, Bürgermeister der Gemeinden Schinal und Wahlei, teilten diese Meinung auch. Sollte im nächsten Jahr der Grenzübergang entfallen, würden sie neue Möglichkeiten für die Kooperation haben, meinten die beiden Gemeindevorsteher.

Vom Motto des diesjährigen Schwabentreffens, „Hände reichend Zukunftsperspektiven schaffen, daheim in Europa“, leitete Helmut Berner die Gemeinsamkeit der Sathmarer Schwaben ab: „Gemeinsamkeit ist das Bekenntnis zur eigenen kulturellen Identität“, sagte der Festredner. „Dieses Bekenntnis vereint uns, verbindet uns und lässt uns trotz unterschiedlicher Lebenssituationen und z. T. gesprochenen Sprachen, immer wieder zusammenfinden, uns immer wieder vergegenwärtigen, dass es ein ureigenes und auch ein natürliches Bedürfnis ist, die eigenen Sprche zu sprechen, die eigenen Traditionen, Sitten und Bräuche zu leben und zu beleben“, setzte Berner die Festrede fort. Im Weiteren machte der Vorsitzende ein Resümee über die Ergebnisse der Arbeit der Deutschen Foren in Nordsiebenbürgen, der Minderheitenselbstverwaltung in Ungarn und des Verbands der Sathmarer Schwaben in Deutschland der letzten 21 Jahre in den Bereichen Unterricht, Wirtschaft, Jugendarbeit und Kultur.

Im letzten Teil seiner Festrede sprach Berner über die Zukunftspläne der Sathmarer Schwaben. Als wichtige Vorhaben nannte er dabei u. a. die grenzüberschreitende Feier zum 300jährigen Jubiläum der Ansiedlung der Sathmarer Schwaben, die im Jahre 2012 begangen wird, die Schul-, Gemeinde- und Städtepartnerschaften sowie die Mitwirkung bei der Donaustrategie, wo Probleme des Donauraums auf europäischer Ebene gemeinsam vertreten werden.

Beglückwünscht haben beim Treffen die Sathmarer Schwaben für ihre Ergebnisse in den letzten zwanzig Jahren u. a. Karol König, Direktor im Kulturministerium, Ovidiu Gant, Abgeordneter des DFDR, Klaus Fabritius, Vorsitzender des DFDR Altreich und Erwin Josef Tigla, Vorsitzender des DFDR der Banater Berglanddeutschen.

An den beiden Tagen des Schwabentreffens fand eine Reihe von Veranstaltungen statt.

Eröffnet wurde das Event in Sathmar mit der feierlichen Einweihung des Wintergartens im Kulturtreffpunkt, der gerade fertig gebaut wurde. Am Samstagabend luden die Veranstalter zum Jazz- und Pop-Rock-Konzert von Christel Ungar Topescu, Marius Popp und Ricky Dandel in die Philharmonie Dinu Lipatti ein.

Sonntagvormittag zelebrierte Bischof Eugen Schönberger den Festgottesdienst vor zahlreichen Gläubigen aus Sathmar, Deutschland, Wahlei und Merk in der römisch-katholischen Kirche in Wahlei. Musikalisch wurde die Messe vom Maestoso Chor aus Trestenburg mitgestaltet.

Der diesjährige Festumzug der Trachtenpaare und der Teilnehmer des Schwabentreffens führte von Wahlei über die Grenze nach Schinal, wo das kulturelle Programm auf der Freilichtbühne im Zentrum der Gemeinde veranstaltet wurde.

Ein wichtiges Ereignis des Treffens war die Einweihung der Gedenktafel von Johann Holzer(1695-1777), erster Pfarrer in Schinal, der 55 Jahre lang die Menschen in der Gemeinde betreute. „…Fürsorglich, mit Demut und Blick in die Zukunft, unermüdlichem Eifer und beispielhaftem Umgang, wirkte er 55 Jahre im Weinberg Gottes, als erster Priester der Pfarre Schinal und als Vizearchidiakon“ steht auf der Gedenktafel, die im Glockenhaus der römisch-katholischen Kirche in Schinal eingeweiht wurde.

Ein Höhepunkt des Treffens war das Programm der Kulturgruppen im Freien. Zahlreiche Zuschauer bewunderten die Darbietungen der rund 30 mitwirkenden Volkstanzgruppen, Blaskapellen, Chöre und Musikformationen aus Wahlei, Merk, Herzegkut in Ungarn und aus Nordsiebenbürgen.

Quelle: ADZ
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Die Schule nur ein notwendiges Übel?

Der allgemein schale Vorgeschmack vor dem ersten Schultag / Von Balthasar Waitz

Ein Eurobarometer ergab, dass Rumänien derzeit beim Wissensstand mit Platz 24 von 29 Mitgliedsstaaten einen der letzten Plätze in der EU belegt: 42 Prozent der Befragten waren der Ansicht, die Sonne drehe sich um die Erde. Hoch im Trend hierzulande sind hingegen Kirchgang, allerhand Aber- und Wunderglauben, u. a. an Horoskope und Glückszahlen. Es wäre leichtfertig, die Schuld daran allein den älteren Generationen, den Altlasten und Mentalitäten aus dem kommunistischen Regime zuzuschreiben.

Sind Wirtschaftskrise und Verarmung daran schuld? Sollte man da nicht eher, außer der Schulpolitik, die Unterlassungen des aktiven Segments unserer Gesellschaft und vor allem die chronischen Missstände im rumänischen Unterrichtswesen in Betracht ziehen? Neben dem Gesundheitswesen ist das Schulwesen, beide vitale Bestandteile des sozialen Räderwerks, der wohl am stärksten betroffene Bereich unserer Gesellschaft: Nach den harten Regierungseingriffen (Kürzung des Budgets und der Lehrergehälter, Entlassung von Lehrern, Schließung von Schulen usw.) ist die Atmosphäre im Unterrichtswesen, einen Monat vor Schulbeginn, gereizter und pessimistischer als je zuvor nach der Wende.

Jahraus, jahrein das gleiche Lied

Wie sollte es anders sein, wenn man die miserablen Bedingungen in den Schulen beim Wort nennt. Jahr für Jahr ist es immer das gleiche Lied: Viele Schulen müssten eigentlich zu Beginn des neuen Schuljahrs geschlossen bleiben, da sie vielen der erforderlichen gesetzlichen Voraussetzungen, vor allem den sanitären, nicht entsprechen. Vor Kurzem ließ uns Unterrichtsminister Daniel Funeriu wissen, dass er den festen Entschluss gefasst hat, dass am 15. September 2010 mehr als 85 Prozent der rumänischen Schüler in Schulen gehen werden, die die Genehmigung von den Hygienebehörden haben! Gleichzeitig kündigte Minister Funeriu aber auch drastische Budgetkürzungen und die Entlassung von 15.000 Lehrern landesweit ab kommendem September an.

In der Westregion zeigen sich die Verantwortlichen im Unterrichtswesen eher gelassen als besorgt. Laut Sandu Glocea, dem Leiter des Temescher Kreisschulinspektorats, sei die Situation im Kreis Temesch gar nicht so schlimm. Wenn auf Landesebene 11 Prozent der Schüler Schulen ohne sanitäre Genehmigung besuchen müssen, so liegt dieser Prozentsatz im Kreis Temesch nur bei sieben Prozent. Das Kreisschulinspektorat führt gar den Zusammenschluss von 51 Schulen des Kreises als erleichternde Begleitumstände an.

Warum nicht auch noch die Reduzierung der Lehrer- und Schülerzahl, nicht wahr? Wie beruhigend können solche Feststellungen sein? Derzeit haben 141 von insgesamt 707 Temescher Schulen (20 Prozent) keine Genehmigung. Der Temescher Vizepräfekt Zoltán Marossy zeigt sich entrüstet über die lasche Einstellung der Verantwortlichen: „In Rumänien ist die Flucht vor der Verantwortung zu einem Nationalsport geworden!“ Gemäß der lückenhaften Gesetzgebung müssen die Schulen ohne sanitäre Genehmigung, laut Marossy, gar nicht geschlossen werden. Die Schultätigkeit kann weiterhin seelenruhig ohne Genehmigung (Minimalbedingungen sind Kanalisation und fließendes Wasser) abgewickelt werden, wenn der jeweilige Schuldirektor die Verantwortung dafür übernimmt. Eine diesbezügliche gesetzliche Vorschrift für die Schulschließung gibt es nämlich nicht!

Ein noch heikleres Thema ist das der Schulreparaturen. Die werden jährlich schlecht und recht durchgeführt und verschlingen stets horrende Summen. Im Kreis Temesch werden heuer an 83 Schulen Reparatur- und Modernisierungsarbeiten (sie müssen bis 13. September fertiggestellt werden) durchgeführt. Diese haben schon die Hälfte des Gesamtbudgets vom Ministerium (7,9 Millionen Lei) verschlungen. Die Schulden des Kreisschulinspektorats bei den ausführenden Firmen (manche Schulden sind schon zwei bis drei Jahre alt) betragen jedoch das Doppelte dieser Summe.

Wie sieht die Situation in den anderen Kreisen des Banats aus?

Im Kreis Arad muss ein Viertel der Schüler Schulen ohne sanitäre Genehmigung in Kauf nehmen. 18 Prozent der Schüler des Kreises, sämtliche vom Lande, werden wie in den Vorjahren derartige Schuleinheit besuchen müssen. Laut Nicolae Pellegrini, Leiter des Arader Kreisschulinspektorats, ist das Fehlen eines Wasserleitungsnetzes in den jeweiligen Dörfern leider nicht zu lösen. In der Stadt scheint die Situation in diesem Bereich überdurchschnittlich gut zu sein: Die PDL-Kommunalverwaltung lässt sich die Reparaturarbeiten an den städtischen Schulen rund neun Millionen Lei kosten.

Laut der Karasch-Severiner Gesundheitsbehörde hätten derzeit 50 Prozent der Dorfschulen des Kreises keine sanitäre Genehmigung. Auch hier gibt man sich allgemein zufrieden, da der Prozentsatz dieser Schulen auf Landesebene darüber liegt.

Summa summarum: Unter diesen Bedingungen ist wenig Gutes zu erwarten. Weder von der zwischen Resignation und Aufbegehren schwankende Lehrerschaft, noch von der enttäuschten oder angewiderten Schülerschaft wird der erste Schultag heuer als freudiges Wiedersehn oder gar als ein Fest erwartet. Eher als ein notwendiges Übel.

Quelle: ADZ
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